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Wirtschaft Studie: In Krankenhäusern fehlt viel mehr Personal, als Spahn glaubt
Nachrichten Wirtschaft Studie: In Krankenhäusern fehlt viel mehr Personal, als Spahn glaubt
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08:02 08.10.2018
Ein Pfleger schiebt einen Rollstuhl über einen Flur in der Medizinischen Hochschule Hannover. Quelle: Peter Steffen/dpa
Düsseldorf

Die Hans-Böckler-Stiftung kritisiert die geplanten Gesetze, mit denen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Fachkräftemangel in den Kliniken beheben will. „Die vorliegenden Entwürfe werden die große Personallücke nicht schließen“, teilte die gewerkschaftsnahe Stiftung zur Vorstellung einer von ihr geförderten Studie am Montag in Düsseldorf mit. Im Pflegedienst der Krankenhäuser fehlen der Untersuchung zufolge gut 100.000 Vollzeitstellen. Autor der Studie ist Professor Michael Simon, Pflegeexperte der Hochschule Hannover.

Simon sagte, die beiden Gesetzentwürfe wiesen große Defizite auf. So verweigere die „Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung“ „Vorgaben, die eine bedarfsgerechte Personalbesetzung zum Ziel haben“, monierte der Professor. Die in der Verordnung definierte Untergrenze für Fachkräfte sei viel zu niedrig und solle zudem nur für bestimmte Stationen in den Krankenhäusern gelten.

Der vorliegende Entwurf für ein „Pflegepersonal-Stärkungsgesetz“ enthält nach Analyse des Forschers zwar einige positive Ansätze. Allerdings nutze er nicht die vorhandenen Möglichkeiten, den tatsächlichen Personalbedarf auf Basis der behandelten Patienten zu erheben. Stattdessen beziehe er sich auf pauschale Kostengrößen, die unabhängig vom realen Pflege- und Personalbedarf kalkuliert würden. Ein solches System könne „bestenfalls die bestehende Unterbesetzung festschreiben“, warnte der Wissenschaftler, der am Mittwoch bei einer Expertenanhörung im Bundestag zu den Gesetzentwürfen Stellung nehmen wird.

Mehr als 100.000 Pfleger fehlen

Simon hat eine Schätzung zur realen Personallücke vorgelegt, für die er Daten aus der Pflege-Personalrechnung der Kliniken aus den 1990er Jahren hochgerechnet hat. Er hat fortgeschrieben, wie sich Stellenzuwächse und -abbau zwischen 1993 und 2016 auf die Personalsituation ausgewirkt haben und zusätzlich kalkuliert, welche Folgen steigende Patientenzahlen und demografische Veränderungen hatten. Ergebnis: 2016 fehlten im Pflegedienst der Krankenhäuser bundesweit mindestens 108.000 Vollzeitkräfte. Für die Beschäftigten sei damit oft eine Überlastung programmiert, warnte der Experte.

In seinen Alternativmodellen schlägt Simon vor, die Pflege-Personalrechnung flächendeckend zu reaktivieren und zum Maßstab für die Personalausstattung auf allen Stationen zu machen. „Dazu müsste das Instrument weiterentwickelt und an die aktuelle Situation angepasst werden“, betont der Forscher. Dafür veranschlagt er mindestens zwei Jahre.

Von RND/epd

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