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Wirtschaft Experte rechnet mit „deutlichen Beschäftigungsrückgängen“ in der Autobranche
Nachrichten Wirtschaft Experte rechnet mit „deutlichen Beschäftigungsrückgängen“ in der Autobranche
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16:56 18.08.2019
SKEPTISCH: Stefan Bratzel rechnet in der Autobranche mit niedrigeren Gewinnen. Quelle: dpa
HANNOVER

Automobilexperte Stefan Bratzel rechnet in den kommenden zehn Jahren mit „erheblichen Konsolidierungen“ in der Autobranche. Kurzfristig sei damit zu rechnen, dass Hersteller und Zulieferer „angesichts anhaltend rückläufiger Markttrends“ weitere Kostensenkungsprogramme umsetzen müssten, die mit „deutlichen Beschäftigungsrückgängen“ einhergingen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Center of Automotive Management (Cam), dessen Direktor Bratzel ist.

Bereits seit einiger Zeit haben Autobauer und Zulieferer mit dem Umbruch ihrer Branche zu kämpfen: Die Auslieferungen gehen weltweit zurück, zugleich müssen die Automatisierung der Produktionsprozesse sowie Milliardeninvestitionen für neue Technologien wie E-Mobilität und Autonomes Fahren gestemmt werden.

Zuliefer stark unter Druck

Besonders bei Zulieferern hagelte es zuletzt schlechte Nachrichten: Nach dem Branchenprimus Bosch kündigte auch die hannoversche Conti vor wenigen Wochen ein umfangreiches Sparprogramm an, dem Stellen zum Opfer allen dürften. Anfang des Jahres hatte schon Conti-Großaktionär Schaeffler Personalabbau angekündigt. Bei der Sanierung des Autobauers Opel dürften nach Einschätzung des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer tausende Jobs abgebaut werden. Bei VW werden im Zuge der Automatisierung in den kommenden Jahren tausende Stellen entfallen.

Laut Cam-Studie ist der Absatz der Autobauer im ersten Halbjahr um 4,6 Prozent gesunken, für das Gesamtjahr erwartet er ein Minus von fünf Prozent. Angesichts ungelöster Handelskonflikte und einem unklaren Brexit-Szenario rechnet Bratzel nicht mit einer „schnellen Trendwende“, selbst auf dem größten Automarkt China prognostiziert er weiter „deutliche Marktrückgänge“, die sich immer stärker auch in den Bilanzen zeigen würden.

VW zählt zu den „High Performern“

Wobei Bratzel ganz klar Sieger und Verlierer ausmacht. Zu den „High-Performern“ zählt er „mit deutlichem Abstand“ den weltweit größten Autobauer Volkswagen und die globale Nummer zwei Toyota. Trotz schwierigen Marktumfelds hätten diese ihr operatives Ergebnis im ersten Halbjahr steigern können. Beim Absatz legte Toyota sogar leicht zu, während VW zwar verlor (minus 4,3 Prozent), aber nicht so drastisch wie die Konkurrenz von PSA (minus 12,8 ), Ford (minus 11,6) und General Motors (minus 8,2). Da die Hersteller auf der einen Seite hohe Investitionen in neue Technologien leisten müssten, auf der anderen Seite aber wegen des zunehmenden Verkaufs von E-Autos geringere Renditen einfahren würden, sei mittelfristig zu erwarten, „dass sich die Renditen und Gewinne auf einem niedrigeren Niveau einpendeln“.

Von INKEN HÄGERMANN

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