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Wirtschaft Mietvergleich: So teuer – und so günstig – wohnt Deutschland
Nachrichten Wirtschaft Mietvergleich: So teuer – und so günstig – wohnt Deutschland
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20:33 17.04.2019
Wohnraum wird teurer – aber viele können sich das leisten. Quelle: Tomasz Mikolajczyk/pixabay
Hannover

Die nackten Zahlen jagen Mietern regelmäßig einen Schrecken ein: Nach Berechnungen der „Bild“-Zeitung stiegen die Bestandsmieten (kalt) in einigen Regionen seit 2013 um mehr als ein Drittel – was nicht zuletzt Anlass für heftige politische Diskussionen ist, in denen auch die Enteignung von großen Wohnungsgesellschaften gefordert wird.

Bei genauerer Betrachtung variieren die Unterschiede allerdings je nach Region: In den ostdeutschen Bundesländern sind die Mieten deutlich niedriger als in weiten Teilen WestdeutschlandsBerlin ausgeklammert.

In süddeutschen Städten wie München, Stuttgart und Augsburg liegen die Nettokaltmieten pro Quadratmeter mittlerweile bei weit über 11 Euro. In Stuttgart haben sie 12 Euro überschritten, München ist mit 17 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche deutscher Spitzenreiter.

Allerdings holen andere Städte auf: In Köln stiegen die Preise seit 2014 um 21 Prozent auf 10,67 Euro pro Quadratmeter, in Berlin gar um 31,7 Prozent auf 10,23 Euro. In Norddeutschland ist Hamburg mit 11,50 Euro pro Quadratmeter Spitze.

So hoch sind die Mieten in Deutschland

Zuletzt stiegen aber auch die Löhne in Deutschland, wie Wissenschaftler Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) betonen. Das Team hat im Auftrag des Projektentwicklers Deutsche Reihenhaus die Mietsteigerungen mit der Lohnentwicklung abgeglichen. So wollten die Forscher herausfinden, wie hart Mietsteigerungen die Menschen wirklich treffen – schließlich könne derjenige, der mehr verdient, auch mehr für die Miete ausgeben.

Den Ergebnissen der Wissenschaftler zufolge ist Wohnraum in Deutschland für viele Menschen erschwinglicher geworden. Zwischen 2013 und 2017 seien die Löhne in zwei Dritteln aller deutschen Landkreise schneller als die Mieten gestiegen. Besonders in Ostdeutschland und im Nordwesten der Republik wurde die Miete im Verhältnis zum Einkommen günstiger.

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Um das zu veranschaulichen haben die Wissenschaftler ausgerechnet, wie groß eine Wohnung sein kann, die sich ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in den einzelnen Regionen leisten kann, wenn er 26 Prozent seines Einkommens für die Miete ausgibt. Das Ergebnis: In einzelnen Regionen wie in Thüringen können sich Mieter bei gleichbleibendem Anteil der Wohnkosten am Einkommen 10 Prozent größere Wohnungen leisten.

In Berlin, bei der Erhöhung der Mieten einer der Spitzenreiter, relativiert das höhere Einkommen die Mietsteigerungen deutlich: Statt um 31,7 Prozent ist Wohnen der Studie zufolge nur knapp ein Prozent weniger erschwinglich als noch vor fünf Jahren.

So erschwinglich sind Mieten in Deutschland

Die Karte zeigt, wie viele Quadratmeter sich ein Durchschnittsverdiener leisten kann, wenn er 26 Prozent seines Gehalts für die Kaltmiete aufwendet.

Die öffentliche Kritik an den steigenden Mieten verliert damit allerdings nicht jegliche Daseinsberechtigung: Die Zahlen zum Einkommen basieren auf der Betrachtung von Einpersonenhaushalten entlang von Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Wie sich die Mietentwicklung auf Familien auswirkt, ist also nicht erfasst worden.

Auch wurden nur Vollzeitbeschäftigte betrachtet – was wenig Auskunft über die Situation von Teilzeitbeschäftigten ermöglicht. Zudem entwickelten sich die Löhne in den einzelnen Wirtschaftsbereichen zuletzt sehr unterschiedlich.

Von RND/hö

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