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Wirtschaft VW und Ford vertiefen ihre Zusammenarbeit
Nachrichten Wirtschaft VW und Ford vertiefen ihre Zusammenarbeit
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18:27 12.07.2019
Gemeinsame Pläne: VW-Boss Herbert Diess (links) und Ford-Chef Jim Hackett verkünden in New York die vertiefte Kooperation der Autobauer. Quelle: dpa
HANNOVER/NEW YORK

Nun ist es offiziell: Volkswagen und Ford kooperieren künftig enger bei Elektrofahrzeugen und Roboterautos. Das verkündeten VW-Boss Herbert Diess und Ford-Chef Jim Hackett am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in New York. „Zwei Giganten der Autobranche kommen zusammen“, sagte Hackett. Diess ergänzte, „Das ist eine Win-win-Situation für beide Unternehmen.“

VW und Ford verhandeln seit über einem Jahr miteinander, im Januar wurde der erste Kooperationsvertrag über die Zusammenarbeit bei Pickups unterzeichnet. Nun binden sich die Konzerne noch enger aneinander. Die Wolfsburger steigen mit 2,3 Milliarden Euro in die Ford-Tochter Argo ein, die selbstfahrende Autos entwickelt. Einen Teil der Summe zahlt man bar, den Rest bringt VW in Form seiner eigenen Tochter AID ein, die sich ebenfalls mit automatisiertem Fahren auseinandersetzt. Der bisherige AID-Sitz in München soll die europäische Argo-Zentrale werden. In den kommenden Jahren wollen beide Hersteller weiter in Argo investieren. Die konzernweite Verantwortung für das autonome Fahren verbleibt dabei in der Hand der Marke VWN in Hannover.

„Zugang zu den besten Technologieexperten weltweit“

VWN-Chef Thomas Sedran begrüßte die Kooperation, die er von Beginn an mitverhandelt hat: „Argo ist eines der weltweit führenden Unternehmen in der Entwicklung des autonomen Fahrens. Damit haben wir den idealen Partner, mit dem wir unsere Robotaxis bei VWN entwickeln können“, sagte er. Künftig habe man „Zugang zu den besten Technologieexperten weltweit“ und müsse nicht „mühsam und langwierig“ eine neue, eigene Organisation für autonomes Fahren schaffen. Erste Tests mit Robo-Taxis könnten ab 2022 beginnen, hieß es aus Konzernkreisen.

Ein Riesen-Coup für VW ist der zweite Teil des Deals mit Ford: Der US-Hersteller will den VW-eigenen Elektrobaukasten MEB nutzen, zunächst einmal für ein neues Volumen-Modell in Europa, das ab 2023 auf den Markt rollen soll. Bis zu 600 000 Fahrzeuge auf MEB-Basis will Ford in den kommenden Jahren produzieren. Bisher hat die Europatochter von Ford kein eigenes Konzept für E-Mobilität.

Ford will den VW-eigenen Elektrobaukasten MEB nutzen

Mit der Kooperation sparen beide Hersteller Entwicklungs- und Anlaufkosten in den Zukunftsbereichen E-Mobilität und Autonomes Fahren. VW hat seit 2016 rund 6,2 Milliarden Euro in die Entwicklung des MEB gesteckt. Je höher die gebauten Stückzahlen desto günstiger die Produktion. Es sei das Ziel von VW, aus dem MEB „einen neuen Standard für unsere Industrie zu machen“, sagte Diess.

Zudem wird weiter über konkrete gemeinsame Fahrzeugprojekte aus der Familie der leichten Nutzfahrzeuge verhandelt. Das betrifft die Marke VWN direkt. So soll Ford ab 2022 größere Transporter für beide Hersteller bauen – damit ist die Transporter-Reihe gemeint. Ford wäre zuständig für die gewerblich genutzten Transporter, VWN für die privat genutzten. Die Stöckener würden einen City Van (Caddy) für beide produzieren. Konkrete Verträge für diese Vorhaben sind noch nicht unterzeichnet. Man liege bei der Zusammenarbeit im Plan, hieß es. Die Allianz bringe „signifikante Effizienzsteigerungen“.

Von Inken Hägermann

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