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Wirtschaft Continental: Intelligent in die Zukunft
Nachrichten Wirtschaft Continental: Intelligent in die Zukunft
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19:29 04.07.2019
RUNDUM SELBSTSTÄNDIG: Der Cube von Conti kann autonom fahren, er erkennt Fußgänger und andere Hindernisse auf der Fahrbahn. Auch auf der Hannover Messe war der Cube schon ausgestellt. Quelle: Fotos: Dröse
LAATZEN

Die Zukunft wird ganz schön schlau: Die Autos werden klüger und sicherer, Kreuzungen intelligent und selbst die Scheiben in den Autos denken bald mit. Der hannoversche Zuliefererkonzern Continental präsentierte am Donnerstag im ADAC Fahrsicherheitszenrum in Laatzen bei seiner Tech-Show Innovationen rund um Auto und Verkehr, die im Herbst auch auf der IAA Pkw (12.-22. September) in Frankfurt gezeigt werden.

„Mobility is the heartbeat of life“ (Mobilität ist der Herschlag des Lebens) lautet das Motto der Veranstaltung, die Schlagworte dazu Elektrifizierung, Automatisiertes Fahren, Vernetzung. Führen soll das zu „null Unfällen, null Emissionen und null Stress“, wie es bei Conti heißt.

Ohne Sensoren geht dabei künftig gar nichts mehr. Straßenlaternen oder Ampeln, die mit Sensoren ausgestattet sind, können jede Menge Daten sammeln und an Fahrzeuge weitergeben. Sie messen an smarten Kreuzungen Verkehrsflüsse, können Hindernisse wie umgestürzte Bäume, Fußgänger oder Radfahrer erkennen, freie Parkplätze melden (Smart Parking) und sogar ein Funknetz bilden.

Warnhinweise von Ampeln und Lampen

Die Lampen baut Conti nicht selbst, aber Sensoren und Software kommen vom Konzern. „Wir können dem Kunden genau das liefern, was er braucht“, erklärt Conti-Mitarbeiter Christian Giell. „Das Licht ist dabei mittlerweile ein Nebeneffekt.“ An Verkehrskreuzungen erhalten Autofahrer dann Warnhinweise von intelligenter Ampel oder Lampe, wenn ein Fußgänger ihre Wege kreuzt. Die Ampelschaltung kann auf den Verkehrsfluss abgestimmt werden – somit werden weniger Schadstoffe ausgestoßen.

Serienreif ist bereits der Rechtsabbiegeassistent, der ab 2021 in Lkw Pflicht ist und den Conti auch für Pkw anbietet. Vier Sensoren sorgen für eine Rundum-Wahrnehmung, tote Winkel gibt es dann nicht mehr. Der neue Nahbereichsradar mit 77 Gigahertz (statt bisher 24) ermöglicht eine höhere Auflösung. Übersieht ein Autofahrer in einer unübersichtlichen Situation und trotz Warnsignal einen Radfahrer, leitet die Technik eine Vollbremsung ein.

Noch in der Entwicklung ist das sogenannte Preview ESC: Die Anwendung e-Horizon von Conti kennt nicht mehr nur statische Daten wie den Verlauf der Fahrbahn, sondern erhält über die Cloud auch dynamische Daten wie Niederschlag auf der Fahrbahn. Das System berechnet dann, wie hoch die Geschwindigkeit – angepasst an diese Daten – sein darf. Fährt ein Auto zu schnell in die Kurve, wird der Fahrer gewarnt. Je nach Konfiguration, heißt es, kann das Preview ESC, welches das Assistenzsystem ESP erweitert, sogar selbst den Bremsvorgang einleiten.

SICHERHEIT:Das Preview ESC unterstützt das breit verbreitete ESP – anhand von Daten aus der Cloud warnt es den Fahrer vor zu hoher Geschwindigkeit in Kurven. Quelle: Droese

Mehrere Sätze und Fragen möglich

Ebenfalls noch nicht serienreif ist der intelligente Sprachassistent, der nicht nur Umgangssprache und Dialekt verstehen soll, sondern auch mehreren nacheinander gesprochenen Sätzen oder Fragen folgen kann. Die meisten aktuellen Sprachassistenten können nur auf einen Satz reagieren. Auf den Satz „Ich habe Durst“ präsentiert der Sprachassistent umgehend Vorschläge für Cafés. Aktuell kann die Anwendung lediglich Englisch, kommt es zu einem konkreten Projekt mit einem Autobauer, könnte das Produkt bereits in der nächsten Fahrzeuggeneration serienmäßig verbaut sein – und natürlich Deutsch verstehen. Noch ein Gimmick ist die intelligente Fensterscheibe, die sich bei zunehmenden Lichteinfall selbstständig abdunkelt, sofern der Fahrer es wünscht. Damit bleibt es im Auto kühler, es wird weniger Strom für die Klimaanlage benötigt.

All die Daten, die bei den Innovationen gesammelt und getauscht werden, bleiben übrigens anonymisiert und werden nicht kommerziell genutzt. „Die Daten gehören den Kunden, das ist ein eiserner Grundsatz bei Conti“, versichert Dirk Abendroth, Technikvorstand des neu geschaffenen Automotive-Segments.

Von INKEN HÄGERMANN

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