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Wirtschaft Die Deutsche Bahn und das liebe Geld - diese Probleme treiben den Konzern um
Nachrichten Wirtschaft Die Deutsche Bahn und das liebe Geld - diese Probleme treiben den Konzern um
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12:22 18.09.2019
Der Bahn fehlen alleine in diesem Jahr rund drei Millionen Euro. Der Aufsichtsrat der Bahn berät an diesem Mittwoch, wie sich die Finanzlücke schließen lässt. Quelle: Frank Leonhardt/dpa
Berlin

Billigere Fahrkarten, mehr Züge: Die Deutsche Bahn hat kostspielige Ziele - aber auch hohe Schulden und eine milliardenschwere Finanzlücke in diesem Jahr. An diesem Mittwoch überlegt der Aufsichtsrat, woher frisches Geld kommen kann. Und wo noch Risiken schlummern. Ein Überblick.

So groß ist die Finanzlücke:

Allein in diesem Jahr fehlen der Bahn knapp drei Milliarden Euro, darauf hat der Bundesrechnungshof jetzt aufmerksam gemacht. Sein Bericht für den Bundestag steht nicht auf der Tagesordnung des Aufsichtsrats, jedoch reagierte der Staatskonzern am Mittwoch per Pressemitteilung auf die Kritik des Bundesrechnungshofs an der Verwendung von Milliardenmitteln des Bundes. Der Rechnungshof hatte eine stärkere Kontrolle bei der Verwendung der dieser Mittel gefordert.

Die Vorschläge schadeten dem deutschen Bahnsystem, erklärte der bundeseigene Konzern am Mittwoch in Berlin. Eine von der Politik gewünschte Verdoppelung der Fahrgastzahlen sei nur mit langfristig geplanten und finanziell abgesicherten Programmen umzusetzen. Schon heute lege die Bahn jährlich einen detaillierten Bericht zum Zustand des Netzes vor, der dem Bund zur Kontrolle des Mitteleinsatzes diene.

Klar ist: Der Gewinn sinkt, die Investitionen ins marode Netz wachsen. Und das müssen sie auch, wenn die Fahrgastzahlen so deutlich steigen sollen, wie gewünscht. In den nächsten zehn Jahren sollen 86 Milliarden Euro in das Netz fließen, deutlich mehr als bislang. Davon sollen 24 Milliarden von der Bahn kommen. Die hat ihre Schuldenobergrenze schon erreicht, inklusive Leasingverbindlichkeiten sind es rund 25 Milliarden Euro. Was nun? Der Bund verlangt vom Aufsichtsrat klare Antworten.

So will die Bahn Geld reinbekommen:

Der Vorstand will sich mehr um die Eisenbahn in Deutschland kümmern, die zuletzt nur noch 40 Prozent des Umsatzes ausmachte. Dafür soll ein Teil des Auslandsgeschäfts versilbert werden, die profitable Tochter DB Arriva. Mit 53.000 Beschäftigten betreibt sie Busse und Regionalzüge in 14 europäischen Ländern. Es ist die Rede davon, dass das drei bis vier Milliarden Euro bringen könnte. Es gibt eine Reihe von Kaufinteressenten. Wie konkret ihre Angebote sind, ist aber noch unklar. Klappt kein Komplettverkauf, soll Arriva an die Börse gehen.

Der Rechnungshof empfiehlt, dass sich die Bahn auch Gedanken darüber macht, die internationale Logistiktochter Schenker zu verkaufen - was der Vorstand bislang ablehnt. Das Management plant weitere zwei Milliarden durch sogenannte Hybrid-Anleihen an Land zu ziehen, wie es aus Aufsichtsratskreisen hieß. Die Mischform aus Anleihe und Aktie bietet eine sehr lange Laufzeit.

Sturmtief "Ignaz" verursacht Bahnchaos im Norden

So belastet Stuttgart 21 den Bahn-Haushalt:

Der schwierige Milliardenbau ist regelmäßig Thema im Kontrollgremium. 8,2 Milliarden Euro waren zuletzt veranschlagt und sie werden wohl gebraucht. Dazu tragen auch steigende Baukosten bei. Der Bahnhof soll Ende 2025 fertig sein. Bei Baubeginn 2010 hatte das Kostenlimit für den unterirdischen Bahnhof und die Anschlussstrecken bei 4,5 Milliarden Euro gelegen. Der Bundesrechnungshof sieht das Risiko weiterer Belastungen.

Das beschließt der Aufsichtsrat zu teure Beraterverträgen

Kann es sich die Bahn in dieser Lage erlauben, Geld für Berater auszugeben, wenn Zweifel bestehen, ob die Gegenleistung angemessen ist? Das ist die Kernfrage, mit der die Prüfungsgesellschaft EY Beraterverträge mit Ex-Bahn-Managern aus den Jahren 2010 bis 2018 unter die Lupe genommen hat. Dem Vernehmen nach wurden in elf Fällen Verstöße gegen das Aktienrecht festgestellt. Die Prüfer werden im Aufsichtsrat Bericht erstatten.

Die Überprüfung betraf nach Bahnangaben auch Beraterverträge mit dem früheren nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers; der CDU-Politiker ließ Anfragen zu dem Thema unbeantwortet. Wie in Aufsichtsratskreisen zu hören war, prüft der Konzern die Möglichkeit, frühere Vorstände zur Kasse zu bitten. Auch Abmahnungen oder Rügen für Verantwortliche waren zuletzt im Gespräch. Künftig soll es keine Beraterverträge mit Politikern und Ex-Vorständen mehr geben, wie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) in Kreisen des Bahn-Aufsichtsrats bestätigt wurde.

Mehr dazu: Keine Beraterverträge mehr mit Politikern und Ex-Vorständen

RND/dpa

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