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Promis Leonardo DiCaprio: „Ich habe diesen Beruf als Langstreckenlauf gesehen“
Nachrichten Promis Leonardo DiCaprio: „Ich habe diesen Beruf als Langstreckenlauf gesehen“
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18:22 18.07.2019
Ist in Hollywood aufgewachsen: Leonardo DiCaprio. Quelle: imago images / ZUMA Press
Los Angeles

Wenn man Leonardo DiCaprio mit „Guten Tag“ begrüßt, zögert der Schauspieler einen Moment, ob er den Gruß auf Deutsch beantworten soll – denn das könnte er, wenn auch mit Akzent. Doch an diesem Tag entscheidet er sich für die US-Version: „How’re you doin’?“ Während er bei früheren Interviews oft schick in Hemd oder Anzug auftrat, hat er sich an diesem Tag für ein lässiges Outfit entschieden: eine braune Wildlederjacke mit Shirt darunter. Passt auch zum Anlass: Denn geredet wird über seinen neuen Film „Once Upon a Time in Hollywood“, in dem er den Helden in einer Western-Serie spielt, der auf dem absteigenden Ast ist. Der Cowboy opfert für die Rolle sein Liebesleben, Karriere geht ihm über alles.

Leonardo DiCaprio, wie sieht es in der Hinsicht bei Ihnen aus?

Ich denke da wie viele Leute. Man muss sich darüber im Klaren sein, wie schwer es ist, seine Chance in Hollywood zu bekommen. Ja, ein gewisses Maß an Talent gehört dazu, aber was wirklich zählt, ist, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein – wenn sich die Tür zur Karriere öffnet. Klingt irre, aber es ist, wie im Lotto zu gewinnen.

Und Sie haben gewonnen.

In meinem ganzen Leben ging es darum, die Gelegenheit nicht zu verpassen. Ich habe viele Schauspieler in meinem Freundeskreis, die weiterhin darum kämpfen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

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Sie dagegen waren schon früh erfolgreich.

Aber ich habe diesen Beruf auch in jungen Jahren als Langstreckenlauf gesehen, in dem man mit seinen Kräften haushalten muss. Es gibt Zeiten, da ist man sehr berühmt, und es gibt Zeiten, da ist man weniger angesagt. Da muss man durch. Was zählt, ist, gute Arbeit abzuliefern.

Was eigentlich für jeden gilt.

Genau. Am Ende sind wir alle sterblich.

Was Schauspieler allerdings von Normalsterblichen unterscheidet, ist, dass man sehen kann, wenn sie versagen.

Wir alle haben diese Momente, wo wir unseren Text nicht hinkriegen. Das fühlt sich so an, als ob man als Kind in die Schule geht und nur die Unterhose anhat. Die Kamera, jeder im Studio beobachtet dich, und du kannst es einfach nicht bringen.

Der Titel des Films ist „Es war einmal in Hollywood“. Was war und ist Hollywood für Sie?

(lacht) Meine gesamte Existenz. Ich bin in Hollywood geboren und hier aufgewachsen. Sonst wäre ich nicht Schauspieler geworden. Ich habe zwar davon geträumt, aber irgendwie fühlte ich, dass es ungreifbar war. Wenn nicht alles einfach so in der Nähe gewesen wäre und meine Mutter mich von der Schule hätte abholen und zu Auditions fahren können, dann säße ich heute nicht hier.

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Das war in den 80er-Jahren, und der Film spielt Ende der 60er-Jahre. War das ein anderes Hollywood?

In meiner Fantasie hatte ich es idealisiert, mir ein glamouröses Bild davon gemacht. In Wahrheit war es heruntergekommen, und unter der glitzernden Oberfläche entwickelte sich eine Subkultur: Hippies.

Erinnern Sie sich, ob Sie in Ihrer Kindheit berühmte Nachbarn in Hollywood hatten?

Ja, Stan Lee. Er wohnte in der Nachbarschaft. Mein Vater vertrieb Comichefte. An Wochenenden haben wir die Hefte mit unserem Lieferwagen ausgetragen. Ich habe die Marvel-Comichefte gesammelt. Und es war mir vergönnt, Stan Lee vor seinem Tod zu treffen.

Trailer zum Film „Once Upon a Time in Hollywood

Dann hätten Sie mit Ihrem Vater im Film spielen können.

Er ist drin. In einer Szene auf dem Hollywood Boulevard trägt er Hawaiihemd und Sandalen. Seine Frau hat einen Turban auf dem Kopf.

Komparsen im Kostüm.

Nein. Sie sind echte Hippies. So sehen sie jeden Tag aus.

Hippies haben es nicht so mit dem Geld. Wie gehen Sie damit um?

Mir war immer bewusst, dass ein gewisser Grad von finanzieller Stabilität dafür sorgt, dass ich meine künstlerische Freiheit habe. Darum gehe ich vorsichtig damit um. Ich versuche, nicht übermäßig viel auszugeben. Ich versuche, mich auf die einfachen Dinge im Leben zu konzentrieren und die gut zu machen. Ob es Schauspielerei, Philanthropie oder persönliche Beziehungen sind. Alles schön einfach halten.

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