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Nachrichten Politik VW stärkt den Standort Hannover mit einer Milliarde
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13:39 28.09.2011
Von Lars Ruzic
Investionen als "Ausdruck des Vertrauens": Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister am Dienstag im VW-Nutzfahrzeuge-Werk in Hannover-Stöcken. Quelle: dpa
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Hannover

Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) rüstet sich für eine Expansion. Mehr als eine Milliarde Euro sollen nach Informationen dieser Zeitung in den kommenden fünf Jahren in das Stammwerk Hannover investiert werden. Derzeit wird die Fabrik für die Produktion des Pritschenwagens Amarok ausgebaut, der vom Sommer 2012 an vom Band laufen soll. Weitere 100 Millionen fließen in die Modernisierung der Fahrzeugmontage insgesamt. Von der kommenden Woche an werden die VW-Transporter zusätzlich in einer Nachtschicht gefertigt, um der Nachfrage Herr zu werden. Mehr als 700 Leiharbeiter hat VWN deshalb in den vergangenen Wochen an Bord genommen.

„Unsere Arbeitsplätze sind sicherer als je zuvor“, sagte Betriebsratschef Thomas Zwiebler am Dienstag vor gut 6000 Mitarbeitern auf einer Betriebsversammlung im Werk, an der auch Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) teilnahm.

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Die Produktionspläne für 2011 wurden bereits zweimal nach oben korrigiert – um insgesamt 12.000 auf 147.000 Fahrzeuge. Bis einschließlich August sind in Hannover bereits 102.300 Transporter vom Band gelaufen – ein Plus von zwölf Prozent. „Wir sind zurück“, sagte Zwiebler mit Blick auf das Krisenjahr 2009, als VWN sogar auf Kurzarbeit zurückgreifen musste.

Gleichzeitig mahnte der Betriebsratschef eine Modernisierung des Werks an, das mit fast 13.000 Mitarbeitern größter industrieller Arbeitgeber der Landeshauptstadt ist. „Wir brauchen ein Grundlast- und Struktur-Investitionsprogramm, damit das Werk auch morgen noch den Anforderungen des modernen Autobaus gerecht wird“, betonte Zwiebler. Viele neuere VW-Standorte seien Hannover heute voraus, etwa bei den Energiekosten. Das Werk müsse sich zudem auf eine alternde Belegschaft einrichten. Zwiebler sprach von der „Vision einer Facharbeiterfabrik“. Gleichzeitig brauche Hannover eine breite Produktvielfalt bei den Transporter-Varianten, um unabhängiger von Krisen zu werden. Auch das Know-how bei der Elektromobilität müsse ausgebaut werden.

"Ausdruck des Vertrauens"

Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat David McAllister hob hervor, der Mutterkonzern werde in den kommenden fünf Jahren die Rekordsumme von 62 Milliarden Euro investieren, mehr als ein Viertel davon fließe in niedersächsische Standorte. „Das ist ein Ausdruck des Vertrauens von Vorstand und Aufsichtsrat.“

Der CDU-Politiker betonte, dass die Landesregierung zur VW-Beteiligung und zum VW-Gesetz stehe, das die besondere Stellung des Landes im Konzern absichert. Die EU-Kommission, die seit Jahren gegen das Gesetz kämpft, solle die Finger davon lassen. „Für sie gibt es angesichts der dramatischen Situation in Teilen Europas wahrlich wichtigere Themen.“

  • EU genehmigt Übernahme von MAN: Unterdessen hat die EU-Kommission die geplante Übernahme des Münchener MAN-Konzerns durch VW genehmigt und damit die letzte große Hürde aus dem Weg geräumt. Dann kann VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch darangehen, sein Lebenswerk zu vollenden: Der Porsche-Enkel plant einen Konzern, der vom sparsamen Kleinwagen über Kompaktautos und rassige Sportwagen von Lamborghini, Bugatti und Porsche bis hin zum 40-Tonnen-Schwerlastwagen alles im Angebot hat.
  • Passat auch in China: Wie ebenfalls am Dienstag bekannt wurde, will VW die neue US-Version des Passat auch in China bauen, um die dortige lokale Produktion zu erhöhen. Erst in diesem Frühjahr war die Passat-Produktion im neuen VW-Werk Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee angelaufen.
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Dirk Schmaler 26.09.2011