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Politik Selbstmörder tötet 61 Menschen in Bagdad
Nachrichten Politik Selbstmörder tötet 61 Menschen in Bagdad
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22:04 17.08.2010
Stätte der Verwüstung: Der Platz vor Iraks einstigem Verteidigungsministerium, auf dem Bewerber für den Militärdienst zu Opfern wurden. Quelle: ap

Ein Selbstmordattentat auf Rekruten in Bagdad hat am Dienstag 61 Menschen das Leben gekostet. Weitere 125 erlitten Verletzungen. Der Attentäter sprengte sich am Morgen mitten im Zentrum der irakischen Hauptstadt in die Luft. Die Männer standen vor dem früheren Verteidigungsministerium, um sich dort für den Militärdienst zu bewerben.

Am Ort des Anschlags, der sofort von den Sicherheitskräften abgeriegelt wurde, waren in Lachen von Blut abgerissene Beine und Hände zu sehen. Der Augenzeuge Jassir Ali schilderte den Attentäter als blonden jungen Mann, der zunächst still dagesessen habe. Dann sei er zu einem Soldaten hinübergegangen und habe seinen mit Nägeln gefüllten Sprengsatz gezündet. Ali erklärte, er sei im Moment der Detonation nur 15 Meter entfernt gewesen. „Abgetrennte Hände und Beine fielen auf mich“, berichtete Ali. „Ich war von Blut durchtränkt, Verwundete und Tote fielen auf mich.“ Unter den Toten waren nach Polizeiangaben mindestens drei Soldaten. „Wir konnten keinen anderen Ort für die Rekruten finden“, begründete ein Militärsprecher die Entscheidung, die Rekruten auf dem offenen und ungeschützten Platz im Zentrum Bagdads zu versammeln, und machte das Terrornetzwerk Al Qaida für das Attentat verantwortlich.

Der blutige Anschlag zeigt einmal mehr, dass sich Aufständische und Terroristen immer stärker auf die irakischen Sicherheitskräfte einschießen. Sie sollen nach dem noch für August vorgesehenen Abzug aller kämpfenden Truppen der Amerikaner aus dem Irak hauptsächlich für die Aufrechterhaltung der zerbrechlichen Ordnung im Lande verantwortlich sein. Gerade um sich auf den US-Abzug vorzubereiten, suchen die irakischen Streitkräfte derzeit weiter nach neuen Soldaten. Nur 50 000 US-Soldaten sollen – vor allem zu Ausbildungszwecken – noch bis Ende 2011 im Irak bleiben. Die Terroristen nehmen gnadenlos Wehrlose wie die Wartenden vor den Rekrutierungsbüros ins Visier. Oft werden auch unbewaffnete Verkehrspolizisten aus vorbeirasenden Fahrzeugen erschossen oder isolierte Kontrollpunkte in gezielten Kommandoaktionen überfallen.

Der Anschlagsort am Dienstag barg auch eine gewisse Symbolik in sich. Vor etwas mehr als einem Jahr hatten die Amerikaner das ehemalige Verteidigungsministerium am Tigris-Ufer an die Iraker übergeben. Aus diesem Anlass feierte man, mit wohlklingenden Reden und zackigen Paraden, bereits einen US-Abzug. Das US-Militär rückte damals aus den Städten und bewohnten Gebieten im Irak ab. Das ehemalige Ministerium war die letzte US-Basis in Bagdad, die die Amerikaner räumten.

ap/dpa

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