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Deutschland/Welt Zweiter Angeklagter der "Sauerland-Gruppe" gesteht
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Zweiter Angeklagter der "Sauerland-Gruppe" gesteht
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16:37 11.08.2009
Auch Adem Y. hat im Sauerland-Prozess ein Geständnis abgelegt. Quelle: Clemens Bilan/ddp
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Adem Y. bestätigte vor Gericht die vom Vorsitzenden Richter Ottmar Breidling verlesene Aufzeichnung aus der Vernehmung Y.s durch Beamte des Bundeskriminalamts. Darin hatte der Türke angegeben, dass in der Anklageschrift „alles soweit stimmt, was meine Person betrifft“. Persönlich aussagen wollte der 30-Jährige vor Gericht nicht.

Die Bundesanwaltschaft wirft den vier Angeklagten vor, im Jahr 2007 Autobombenanschläge auf US-Einrichtungen in mehreren deutschen Großstädten geplant zu haben. Die Männer hatten sich dazu zwölf Fässer mit Chemikalien beschafft und in einer Ferienwohnung sauerländischen Medebach-Oberschledorn damit begonnen, daraus Sprengstoff herzustellen. Am 4. September 2007 wurden sie in der Ferienwohnung festgenommen. Seit April stehen sie vor Gericht.

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Bei einer geplanten Explosion an einem deutschen Flughafen hätten die Angeklagten allerdings nicht die Absicht gehabt, Menschen zu töten, sagte Y. laut Vernehmungsprotokoll. Dabei hätten versehentlich auch Muslime getötet werden können und dies würde laut Koran mit dem „Höllenfeuer“ bestraft.

Bereits am Montag hatte der Rädelsführer der Gruppe, Fritz G. sein Schweigen gebrochen. „Hauptziel des Anschlags sollten US-Soldaten in Deutschland werden“, hatte der Konvertit aus Ulm vor Gericht ausgesagt. Die geplanten Bombenexplosionen hätten als „letzte Warnung“ für die Forderung nach einem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan verstanden werden sollen. G. wurde nach seinen Worten von den Anführern der „Islamistischen Dschihad-Union“ (IJU) als Leiter der Operation bestimmt.

ddp