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Deutschland/Welt Mordfall Lübcke: Verdächtige besuchten in 2015 Veranstaltung mit Regierungspräsident
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Mordfall Lübcke: Verdächtige besuchten in 2015 Veranstaltung mit Regierungspräsident
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15:31 03.07.2019
Der tatverdächtige Stephan E. am Dienstag in Karlsruhe nach einem Haftprüfungstermin beim Bundesgerichtshof. Quelle: Uli Deck/dpa
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Berlin

Der Tatverdächtige im Mordfall Lübcke, Stephan E., hat 2015 gemeinsam mit dem nun wegen Verdachts auf Beihilfe inhaftierten Markus H. eine Veranstaltung mit dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke besucht. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Sicherheitskreisen.

Bei der Informationsveranstaltung im hessischen Lohfelden im Oktober 2015 hatte es während der Diskussion über eine geplante Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber Zwischenrufe gegeben.

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Der CDU-Politiker reagierte darauf damals mit dem Satz: „Da muss man für Werte eintreten, und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist, das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.“ Daraufhin hagelte es Buh-Rufe und Beschimpfungen.

Lesen Sie hier, warum Stephan E. sein Geständnis widerrufen hat

Positive Haltung zu Flüchtlingen

Stephan E. hatte nach Angaben des Generalbundesanwalts Peter Frank zunächst gestanden, Lübcke Anfang Juni getötet zu haben. Später widerrief er sein Geständnis. E. war in früheren Jahren durch Kontakte in die rechtsextreme Szene aufgefallen.

Nach seinem Geständnis wurden Markus H. und Elmar J. gefasst. Beiden wird von der Bundesanwaltschaft Beihilfe zum Mord vorgeworfen. J. soll die Pistole, mit der Lübcke erschossen wurde verkauft haben. Markus H. soll den Kontakt zwischen ihm und Stephan E. vermittelt haben.

Lübcke war mit einem Kopfschuss getötet worden. Aufgrund seiner positiven Haltung zur Aufnahme von Flüchtlingen hatte er Morddrohungen erhalten.

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Von RND/dpa