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Deutschland/Welt Zoff in der AfD-Spitze über Attacke gegen Höcke
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Zoff in der AfD-Spitze über Attacke gegen Höcke
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11:46 10.07.2019
Seine Anhänger nennen ihn „bescheiden“, seine innerparteilichen Gegner bescheinigen ihm „exzessiven Personenkult“: Thüringens AfD-Chef Björn Höcke. Quelle: imago images / Karina Hessland
Berlin

Der Machtkampf in der AfD eskaliert weiter. Nun schlägt das nationalkonservative Lager zurück. In einem „Appell für eine geeinte und starke AfD“ üben mehr als 100 Parteikader heftige Kritik am Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke und dem radikal rechten „Flügel“.

In dem Appell, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt, heißt es unter anderem: „Die AfD ist und wird keine Björn-Höcke-Partei.“ Die Unterzeichner werfen Höcke Personenkult und spalterische Tendenzen vor.

Höcke habe „spaltende Kritik“ geäußert

Unterschrieben ist der Aufruf unter anderem von fünf Mitgliedern des Bundesvorstands und mehreren Landesvorsitzenden. Prominenteste Vertreter sind die Vize-Bundesvorsitzenden Georg Pazderski, Kay Gottschalck und Albrecht Glaser. Unterzeichnet haben aus dem Bundesvorstand auch Schatzmeister Klaus-Dieter Fohrmann und Schriftführer Joachim Kuhs.

Höcke hatte am vergangenen Wochenende auf dem jährlichen „Kyffhäusertreffen“ der radikalen Rechten Bundesvorstand und Schiedsgerichte der AfD attackiert und angedeutet, selbst für den Vorstand zu kandidieren. In dem Appell heißt es nun:

„Mit seiner Rede beim Kyffhäuser-Treffen hat Björn Höcke die innerparteiliche Solidarität verletzt und ist damit unseren Wahlkämpfern und Mitgliedern in den Rücken gefallen.“ Höcke habe „spaltende Kritik“ geäußert und sogar „ihm nicht genehme Mitglieder aufgefordert, die Partei zu verlassen.“ In dem Appell heißt es weiter: „Wir weisen diese Behauptungen und Aussagen von Björn Höcke ausdrücklich zurück.“

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Besonders stößt den Unterzeichnern auch der „exzessiv zur Schau getragene Personenkult um Björn Höcke“ auf. Als Landesvorsitzender in Thüringen sei Höcke nicht legitimiert, für die Gesamtpartei zu sprechen. Höcke solle sich in Zukunft allein auf seinen Landesverband konzentrieren.

AfD-Chef Jörg Meuthen unterzeichnete zwar nicht, stimmt aber in die Kritik gegen Höcke ein. Er sagte: „Dieser Aufruf wundert mich nicht, denn der Unmut und die massive Kritik über das Auftreten und manche Äußerungen des thüringischen Landesvorsitzenden sind in der Partei sehr vernehmlich.“ Auch er kritisierte den „Personenkult, der nicht zu unserer Partei passt“. Höcke solle sich statt seiner Kritik an der Parteispitze auf den Landtagswahlkampf konzentrieren.

Am Sonnabend werden Höcke und Meuthen zusammen mit den Spitzenkandidaten für Brandenburg und Sachsen, Andreas Kalbitz und Jörg Urban, in Cottbus auftreten.

Kritik von Gauland und Weidel

Partei- und Fraktionschef Alexander Gauland kritisierte sowohl den Personenkult um Höcke als auch den Appell: „Ich halte die Rede von Björn Höcke genauso wie den Fahneneinzug auf dem Kyffhäuser-Treffen für unangebracht. Den Appell habe ich nicht unterschrieben, weil ich ihn in Wahlkampfzeiten für ähnlich unangebracht halte.“ Co-Fraktionschefin Alice Weidel und der Chef der „Jungen Alternative“, Damian Lohr, plädierten dafür, die „Spannungen innerhalb der Partei intern und ohne öffentliche Schlammschlacht zu lösen“.

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Von Jan Sternberg/RND

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