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Deutschland/Welt Zardari: Pakistan wird Jahre verlieren
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Zardari: Pakistan wird Jahre verlieren
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20:42 24.08.2010
Quelle: afp
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Der Wiederaufbau Pakistans wird nach den Worten von Präsident Asif Ali Zardari mindestens drei Jahre dauern. „Ich denke nicht, dass Pakistan sich vollständig erholen wird, aber es wird weitergehen“, sagte er vor Journalisten in Islamabad. Die UN schätzten die Zahl der direkt von den verheerenden Überschwemmungen betroffenen Menschen am Dienstag auf rund 17,2 Millionen, rund 2,8 Millionen seien indirekt betroffen.

„Drei Jahre sind das Minimum“, sagte Zardari in der pakistanischen Hauptstadt. Die Regierung arbeite zudem an einem Konzept für einen besseren Hochwasserschutz, damit Überschwemmungen in Zukunft nicht mehr zu derartigen Katastrophen führten. Nach Angaben von Zardaris Büro will die Regierung den von den Fluten betroffenen Familien jeweils 20.000 Rupien (knapp 185 Euro) zahlen. Derzeit verhandeln pakistanische Vertreter in Washington zudem mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über Hilfen für das Land.

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Kritik an der schleppenden Hilfe zu Beginn der Überschwemmungen wies Zardari erneut zurück. „Sie müssen verstehen, wie groß die Aufgabe ist“, sagte der Präsident. Er räumte ein, dass es Unmut in der Bevölkerung gebe. „Die Erwartungen sind: ’Ich will alles zurück haben, was ich verloren habe’“, sagte Zardari. Die Regierung werde versuchen, den Menschen so gut es gehe zu helfen. Noch immer warten viele Betroffene auf die Versorgung mit Nahrung, Trinkwasser und Notunterkünften.

Die Behörden warnten vor weiterer Flutgefahr vor allem im Süden des Landes. Vor allem der Indus-Fluss drohe erneut über die Ufer zu treten. „Die kommenden zwei bis drei Tage sind äußerst kritisch“, sagte der Minister für Bewässerung der Provinz Sindh, Jam Saifullah Dharejo. Nach seinen Angaben sind tausende Helfer im Einsatz, um die Dämme entlang des Flusses zu stärken.

Pakistan kämpft seit knapp einem Monat gegen die schlimmsten Überschwemmungen in der Geschichte des Landes. Rund ein Fünftel des Staatsgebiets wurden überschwemmt, etwa 1500 Menschen kamen bislang ums Leben. Laut Regierungschef Yousuf Raza Gilani sind zudem mehr als 3,5 Millionen Kinder von schweren Krankheiten bedroht.

Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) rief erneut eindringlich zu weiteren Spenden auf. Es brauche insgesamt mindestens 120 Millionen Dollar, um zwei Millionen Obdachlosen Unterkunft zu geben und eine weitere Million Haushalte mit dem Nötigsten zu versorgen.

afp