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Deutschland/Welt Wulff betont das deutsche Engagement am Hindukusch
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Wulff betont das deutsche Engagement am Hindukusch
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11:38 18.10.2011
Militärische Ehren für einen „alten Freund Afghanistans“: Bundespräsident Christian Wulff mit Gastgeber Hamid Karsai. Quelle: dpa
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Kabul

Bei einem Mittagessen mit Präsident Hamid Karsai, der ihn am Sonntag als „alten Freund Afghanistans“ begrüßte, sagte Wulff: „Deutschland und die internationale Gemeinschaft werden Ihr Land, Herr Präsident, auch nach 2014 nicht im Stich lassen.“ Millionen Afghanen wollten den Frieden, daher müsse ihnen die Welt zur Seite stehen.

Nach Gesprächen in Kabul reiste Wulff nach Nordafghanistan weiter. Am Bundeswehrstandort Masar-i-Scharif gedachte er im Ehrenhain der in Afghanistan ums Leben gekommenen deutschen Soldaten. Masar-i-Scharif ist das Hauptquartier der Internationalen Schutztruppe Isaf im Norden des Landes. Die Bundeswehr hat das Kommando in dieser Region. In Afghanistan sind rund 5000 deutsche Soldaten stationiert.

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Wulff war am Vormittag zu einem Staatsbesuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul eingetroffen. Unmittelbar nach der Ankunft sprach er mit Vertretern der Zivilgesellschaft über die Menschenrechtslage und die Situation der Frauen im Land. Zudem stand die politische Zukunft Afghanistans nach dem Nato-Abzug Ende 2014 im Mittelpunkt.Karsai empfing den Bundespräsidenten mit militärischen Ehren. Im Mittelpunkt der Unterredung beider Staatsoberhäupter stand die Vorbereitung der Bonner Konferenz Anfang Dezember. Die Bundesrepublik sei an dauerhaften stabilen Beziehungen interessiert, auch „weil wir die gute Entwicklung (der letzten Jahre) anerkennen“, sagte Wulff. Karsai bedankte sich ausdrücklich auch beim deutschen Steuerzahler für die Hilfe und sagte, in Bonn solle das Fundament für die Zukunft Afghanistans gelegt werden.

Gleichzeitig mahnte Wulff einen entschlossenen Kampf gegen den Terror an. „Afghanistan und die internationale Gemeinschaft dürfen keine Mühen scheuen, um Terror und Gewalt gegen unschuldige Menschen zu beenden.“ Wulff kritisierte auch Kriminalität, Drogenwirtschaft und Korruption, die zehn Jahre nach dem Beginn des internationalen Einsatzes immer noch das Leben in vielen Bereichen bestimmten.

Wulffs Reise ist der erste Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten am Hindukusch seit 44 Jahren. Zuletzt war Bundespräsident Heinrich Lübke 1967 zu einem offiziellen Besuch in Kabul. Aus Sicherheitsgründen war die Reise Wulffs vorher nicht angekündigt worden.

Thomas Lanig