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Deutschland/Welt Welthungerhilfe kritisiert deutsche Afghanistan-Politik massiv
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Welthungerhilfe kritisiert deutsche Afghanistan-Politik massiv
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10:13 16.08.2009
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Wörtlich heißt es dort: „Die Bundesregierung tat lange so, als wären in Afghanistan die deutschen Soldaten als Entwicklungshelfer im Einsatz. Damit hat sie der Öffentlichkeit Sand in die Augen gestreut. Nun ist die Illusion geplatzt. Die Bundeswehr kämpft in Afghanistan an unübersichtlichen Fronten.

Die sogenannte „zivil-militärische Zusammenarbeit“ sei ein „Sündenfall“. Jamann: „Die Aufbauprojekte der Bundeswehr sind vom Umfang her zu vernachlässigen, aber die Vermischung von Militär und Wiederaufbau hat erheblichen Schaden angerichtet: Die Entwicklungshilfe durch die Wiederaufbauteams in den Provinzen wurde als Instrument für politische und militärische Interessen missbraucht und ist sogar Teil der Militärstrategie geworden. Deshalb wird sie nicht mehr als unparteilich wahrgenommen. Oppositionelle Kämpfer greifen auch Entwicklungshelfer an - obwohl diese politisch neutral und nur dem Gebot der humanitären Hilfe verpflichtet sind.“

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Für Hilfsorganisationen in Afghanistan sei der Juli mit 23 Sicherheitsvorfällen und fünf Toten der schlimmste Monat dieses Jahres gewesen. Die Deutsche Welthungerhilfe arbeite seit Anfang der 80er Jahre ohne Unterbrechung in dem Land am Hindukusch, „aber nie war die Sicherheitslage für Entwicklungshelfer so explosiv wie jetzt“.

Als Konsequenz verlangte Jamann eine strikte Trennung von Militäraktionen und Entwicklungshilfe. „Wir fordern, die Aufgaben klar zu trennen: Entwicklungshelfer helfen, die Bundeswehr kümmert sich um die Sicherheit, damit die Afghanen in Frieden leben können.“

ddp