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Deutschland/Welt Weitere Angriffe auf Tripolis und erste Bombardierungen im Süden
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11:06 24.03.2011
Die Kämpfe in Libyen gehen weiter.
Die Kämpfe in Libyen gehen ungeachtet der Luftangriffe von der internationalen Militärallianz weiter. Quelle: dpa
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Die libysche Hauptstadt Tripolis ist in der Nacht und am Donnerstagmorgen erneut Ziel von Luftangriffen der internationalen Allianz zur Durchsetzung des UN-Flugverbots gewesen. Wie der US-Nachrichtensender CNN berichtete, wurde nach libyschen Regierungsgaben am Morgen der Stadtteil Tadschura getroffen. Bereits kurz vor Mitternacht waren schwere Explosionen aus dem Süden und Südosten der Stadt zu hören gewesen. Das staatliche libysche Fernsehen hatte außerdem von nächtlichen Angriffen auf Jafar, knapp 100 Kilometer südwestlich von Tripolis, berichtet.

Auf Bildern, die das libysche Fernsehen am Morgen ausstrahlte, waren brennende Gebäude und zerstörte Militärfahrzeuge zu sehen. Das Regime von Machthaber Muammar al-Gaddafi warf der internationalen Koalition erneut vor, bei den Angriffen auch viele Zivilisten getötet zu haben. Von westlichen Korrespondenten in Tripolis konnten diese Behauptungen nicht bestätigt werden.

Die internationale Militärallianz hat ihre Luftangriffe nun auch auf den Süden des Libyens ausgeweitet. Zudem wurden in der Nacht zum Donnerstag mehrere Ziele östlich der Hauptstadt Tripolis bombardiert.

Nach Angaben aus libyschen Sicherheitskreisen bombardierte die Allianz unter anderem mehrere Ziele in der Stadt Sebha, rund 1000 Kilometer südlich von Tripolis. Auch ein Militärflughafen in Al-Dschufra, 800 Kilometer südlich der Hauptstadt, geriet unter Beschuss. Die libysche Internet-Zeitung „Al-Watan“ meldete unterdessen, über Sirte, der Heimatstadt des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi, sei am Mittwochabend ein französisches Kampfflugzeug abgeschossen worden. Der Pilot habe sich retten können. Er sei nun ein Gefangener der libyschen Armee. Ein Sprecher der französischen Streitkräfte bestritt diese Darstellung. „Kein französisches Flugzeug wurde in Sirte abgeschossen“, sagte Oberst Thierry Burkhard der dpa.

Die Staatsmedien meldeten, bei den Angriffen der Allianz in Tadschura seien auch zivile Ziele bombardiert worden. Das Fernsehen zeigte Bilder von Leichen, die zum Teil verkohlt waren. Oppositionelle bestritten, dass es sich dabei um die Leichen von Zivilisten handelt, die bei den Luftangriffen ums Leben gekommen seien. Die Regimegegner behaupten bereits seit Beginn der Luftangriffe zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen, die Berichte der Staatsmedien über angebliche zivile Opfer seien falsch. Die Bodentruppen Gaddafis und die Rebellen kämpfen derzeit vor allem in der östlichen Stadt Adschdabija und in Misurata gegeneinander.

dpa

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