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Deutschland/Welt Wahlzettel vergessen, AfD mit 50 Prozent – Die kuriosen Pannen des Europawahltages
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Wahlzettel vergessen, AfD mit 50 Prozent – Die kuriosen Pannen des Europawahltages
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22:47 26.05.2019
In einem Wahllokal in Mainz vergaß der Wahlvorstand eine Stunde lang, alle Wahlzettel ausgegeben. Erst als ein Wähler nachfragte, wurde die Panne bemerkt. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Berlin

Im Mainzer Stadtteil Gonsenheim ist es bei den Kommunalwahlen zu einer Wahlpanne gekommen. Im Wahllokal 4185 im Stadtteiltreff Gonsenheim hat der Wahlvorstand bis etwa 9 Uhr statt der vorgegeben vier Stimmzettel nur drei ausgegeben. Dies bestätigte der Wahlleiter der Stadt Mainz.

Bei etwa 50 Wählern sei der Stimmzettel zur Stadtratswahl „ohne böse Absicht vergessen worden“, sagte Peter Frommelt. Erst als ein Wähler nach dem fehlenden Stadtratsstimmzettel verlangt habe, sei der Fehler aufgefallen. In Mainz waren die Wahlberechtigten zur Wahl des Stadtrats, von Ortsbeiräten und Ortsvorstehern aufgerufen. Zeitgleich fanden die Wahlen fürs Europäische Parlament statt.

Dass die Wahl wiederholt werden muss, hält Frommelt für „sehr unwahrscheinlich“: „Wir gehen nicht davon aus.“ Das Ergebnis werde wohl nicht signifikant beeinflusst werden. Nach Vorliegen der Ergebnisse müsse aber geprüft werden, welche Auswirkungen die Panne tatsächlich gehabt habe. Eine Nachwahl der betreffenden Personen sei demnach nicht möglich, da dann eine Doppelwahl nicht ausgeschlossen werden könne, hieß es.

In Dresden bildeten sich lange Schlagen „wie zu DDR-Zeiten“

In Bochum patzte die Verwaltung: Auf der Homepage des Rathauses war bereits am Nachmittag stundenlang ein vermeintliches Ergebnis der Europawahlen zu lesen. In der Tabelle kam die AfD auf fast 50 Prozent und war damit deutlicher Wahlsieger.

Nach Angaben eines Sprechers hatten Mitarbeiter zu Testzwecken fiktive Daten eingestellt und die Seite dann versehentlich veröffentlicht. „Es handelt sich um menschliches Versagen. Wir können uns für diesen Fehler nur entschuldigen.“

In Dresden war in einigen Wahllokalen der Andrang so groß, dass auch nach 18 Uhr noch gewählt wurde, berichtet der MDR. Betroffen waren mindestens zwei Wahllokale. Obwohl die Wahllokale bereits um 8 Uhr geöffnet waren, klagten Wähler über lange Schlangen und Wartezeiten bis zu einer Stunde. Es habe „eine Schlange wie zu DDR-Zeiten“ gegeben, berichtete ein Wahlhelfer in der Landeshauptstadt.

Chaos gab es auch bei der Stimmabgabe von in Deutschland lebenden Rumänen. Vor zahlreichen Wahllokalen in Konsulaten bildeten sich lange Schlangen. Der Grund: Es stand nicht nur die Stimmabgabe zur Europawahl an, sondern auch ein Referendum über eine umstrittene Justizreform. Tausende Wähler warteten auf ihre Stimmabgabe.

Allerdings handelte es sich dabei möglicherweise nicht um eine Panne, sondern um Absicht: Die rumänische Regierung habe nicht genug Personal für die Wahl zur Verfügung gestellt, so der Verdacht, um so die mehrheitlich regierungskritisch eingestellten Auslandsrumänen von der Stimmabgabe abhalten.

Beim Kurznachrichtendienst Twitter haben sich Nutzer über eine angeblich zu frühe Schließung eines Wahllokales in Jena beschwert. Potenzielle Wähler in einer Warteschlange seien bereits 45 Minuten vor der Schließung des Wahllokals weggeschickt worden, schrieb eine Frau am Sonntag bei Twitter.

Die Pressestelle des Bundeswahlleiters antwortete, dass den genauen Umständen nachgegangen werde. Im Büro des Thüringer Landeswahlleiters ging bis Sonntagabend keine Beschwerde ein, wie eine Sprecherin sagte. Sollte es eine Beschwerde geben, werde man sie prüfen.

Lesen Sie auch: Europawahl 2019: Alle Prognosen und Hochrechnungen 

Von RND/cb

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