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Deutschland/Welt VW hat GM und Toyota überholt
Nachrichten Politik Deutschland/Welt VW hat GM und Toyota überholt
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21:15 11.04.2012
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Auf der Überholspur: VW-Chef Martin Winterkorn Quelle: Daniel Reinhardt
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Hannover

So rasch und problemlos katapultiert man sich an die Spitze: Da VW voriges Jahr die Mehrheit an MAN (Umsatz: 16,5 Milliarden Euro), Hersteller von Lkw, Bussen, Dieselmotoren, Turbomaschinen und Getrieben) übernommen hat, ist der Wolfsburger Konzern Umsatzweltmeister der Autobranche geworden.

Das geht aus einer gestern vorgelegten Analyse der Wirtschaftsprüf- und Beratungsfirma Ernst & Young hervor.

Mit 159,3 Milliarden Euro landete VW damit knapp vor dem japanischen Erzrivalen Toyota (158,9 Milliarden Euro Umsatz) auf dem ersten Platz. VW setzte aber auch deutlich mehr um als der US-Autoriese General Motors (108 Milliarden Euro), der – als Opel-Mutterkonzern – nur bei der Zahl verkaufter Fahrzeuge vor VW lag.

Während die Amerikaner 2011 neun Millionen Wagen absetzten, schaffte VW 8,3 Millionen und Toyota acht Millionen. Beim Umsatz war Daimler dem GM-Konzern mit 106,5 Milliarden Euro dicht auf den Fersen. Basis der Studie sind Geschäftsberichte, Unternehmensmitteilungen und Berechnungen von Ernst & Young.

VW liefert sich mit GM und Toyota seit langem einen Wettlauf um die Vorherrschaft auf dem Weltautomarkt. Experten hatten erwartet, dass der größte deutsche Konzern sein für spätestens 2018 geplantes Ziel, führender Autobauer der Welt zu werden, wegen der aktuell sehr guten Geschäftslage schon früher erreichen könnte.

Bei der Ertragskraft sieht Ernst & Young-Partner Peter Fuß neben den Deutschen die südkoreanischen Schwesterfirmen Autobauer Hyundai und Kia auf dem Sprung: „Die deutschen und koreanischen Autokonzerne geben eindeutig den Takt vor. Die französischen und – trotz eines guten Jahres – amerikanischen Hersteller haben bei der finanziellen Performance das Nachsehen.“ Auch wenn man den operativen Gewinn betrachtet, hängt VW laut Ernst & Young die Konkurrenz ab. Mit seinem auf 11,3 Milliarden Euro gesteigerten Ergebnis vor Zinsen und Steuern verwies der Konzern Daimler (8,8 Milliarden Euro) und BMW (acht Milliarden) auf die Plätze zwei und drei. Bei der Rendite – Anteil des Gewinns am Umsatz – kam VW dagegen nur auf Rang fünf, hinter BMW, Hyundai, Daimler und Kia.

Für die Deutschen dürfte 2012 nach den jüngsten Verkaufserfolgen und China erneut ein gutes Jahr werden, schätzt Fuß. Das Wachstumstempo lasse sich aber wohl nicht halten.

(Dirk Busche, Jan-H. Petermann)