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Deutschland/Welt Ursula Piëch: Von der Kindergärtnerin zur VW-Kontrolleurin
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Ursula Piëch: Von der Kindergärtnerin zur VW-Kontrolleurin
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15:22 19.04.2012
Ferdinand Piech und seine Frau Ursula bei einem Gala-Dinner.
Ferdinand Piech und seine Frau Ursula bei einem Gala-Dinner. Quelle: dpa
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Hamburg/Wolfsburg

In der Vorbereitung vieler Entscheidungen sei sie ein wichtiger Faktor gewesen, heißt es unter Insidern. Bei öffentlichen Auftritten wie dem Genfer Autosalon sitzt sie mit ihrem Mann stets in der ersten Reihe, neben sich die Vorstände.

Nun wächst der Spielraum der gelernten Erzieherin noch einmal um ein Vielfaches: Als neue VW-Aufsichtsrätin setzen die Aktionäre Ursula Piëch auch formal an die Seite ihres 75 Jahre alten Gatten. Die Wahl Ursula Piëchs in den Aufsichtsrat durch die Hauptversammlung am Donnerstag galt als sicher. Damit entscheidet nun künftig ein Ehepaar in entscheidenden Positionen über wichtige strategische Weichenstellungen des Unternehmens. Die Großaktionäre Porsche, Katar und Niedersachsen stehen hinter der Personalie.

Einige Kleinaktionäre und die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sehen die Ballung der Macht in den Händen der Familie Piëch jedoch kritisch. Bei der Regelung des Familienerbes hatte Ursula Piëch bereits vor der Wahl in das Kontrollgremium eine starke Rolle inne. In Stiftungen, auf die Ferdinand Piëch sein Firmenvermögen übertragen hat, ist sie die Stellvertreterin ihres Mannes. Dass sie Wirtschaftskompetenz und Erfahrung im Umgang mit Konzernthemen hat, zweifeln viele Beobachter und auch der VW-Betriebsrat keineswegs an: Die frühere Kindergärtnerin und Horterzieherin, die während ihrer Ausbildung auch das "Prüfungsfach Wirtschaft und Recht" belegte, setzt sich nach eigenen Angaben seit längerem intensiv mit den unternehmerischen Beteiligungen bei Volkswagen auseinander.

Die Österreicherin, die seit 1984 mit Ferdinand Piëch verheiratet ist, war einst Kindermädchen der Familie. So lernten sich die beiden kennen. Ursula Piëch wird von Kennern als lebenslustige und eloquente Frau geschildert, die "eine hohe Affinität" zu Autos habe und wisse, wie der VW-Konzern mit seinem komplizierten System "tickt". Sie sei "natürlich" geblieben und hebe nicht ab, sei aber auch machtbewusst.