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Deutschland/Welt Umfrage: Kein Weg zurück in die Politik für Wulff
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Umfrage: Kein Weg zurück in die Politik für Wulff
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12:58 08.03.2012
Die Zukunft  von Alt-Präsident Christian Wulff sieht düster aus - zumindest nach Meinung der Bevölkerung. Nur 15 Prozent halten ein Comeback Wulffs für möglich.
Die Zukunft  von Alt-Präsident Christian Wulff sieht düster aus - zumindest nach Meinung der Bevölkerung. Nur 15 Prozent halten ein Comeback Wulffs für möglich. Quelle: dpa
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Berlin

Nur 15 Prozent halten ein Comeback für möglich. An diesem Donnerstag wird Wulff (52) mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet.

Er war am 17. Februar zurückgetreten, weil die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen ihn aufgenommen hat. Dabei geht es um den Verdacht der Vorteilsannahme.

Fast die Hälfte der Befragten sehen das Amt des Bundespräsidenten durch die Affäre Wulff dauerhaft beschädigt. 44 Prozent sind dieser Ansicht, 47 Prozent glauben nicht an bleibenden Schaden. Eine große Mehrheit wünscht sich künftig eine Direktwahl des Staatsoberhauptes durch das Volk. "Voll und ganz dafür" sind 47 Prozent, "eher dafür" noch einmal 31 Prozent.

Unterdessen hat der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel dem Ex-Bundespräsidenten Wulff empfohlen, einen "nicht unbeträchtlichen Teil des Ehrensolds für gemeinnützige Zwecke" zu spenden und "vielleicht selber eine gemeinnützige Arbeit" zu leisten. Im Südwestrundfunk (SWR) sagte Vogel am Donnerstag, damit könne Wulff die schwierige Phase, in die er nun eintrete, überwinden und "den Menschen eine akzeptable Botschaft vermitteln".

Für die zahlreichen Absagen zum Großen Zapfenstreich zeigte Vogel Verständnis. Nach allem, was passiert sei, wäre Wulff besser beraten gewesen, wenn er auf das Zeremoniell verzichtet und damit klar gemacht hätte, dass die traditionelle Verabschiedung "keine Frage der Rechthaberei" sei, sagte der ehemalige SPD-Chef.

Kritiker wollen die feierliche Verabschiedung am Abend mit dem wenig feierlichen Klang von Vuvuzelas begleiten. Im Internet riefen sie dazu auf, am Donnerstagabend vor Schloss Bellevue in Berlin zu erscheinen und dann mehr als eine Stunde lang die seit der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika (2010) bekannten Lärminstrumente anzustimmen. Eine dazu eingerichtete Facebook-Seite führt ein Programm mit "langsamen Anblasen" und "würdevollem Unterblasen des Fackelzuges" auf.

Vogel sagte weiter: Aus der kurzen Amtszeit des Ex-Bundespräsidenten würden aber auch zwei positive Erinnerungen bleiben. Zum einen habe Wulff seine Rolle als bislang jüngstes deutsches Staatsoberhaupt "in den ersten Monaten nicht schlecht angepackt". Außerdem habe sein "berühmter Satz" Bestand, dass der Islam heute zu Deutschland gehöre.