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Deutschland/Welt USA halten Versöhnung mit Taliban für unwahrscheinlich
Nachrichten Politik Deutschland/Welt USA halten Versöhnung mit Taliban für unwahrscheinlich
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09:40 19.01.2010
Ein USA-Soldat in Afghanistan während einer Patrouille.
Ein USA-Soldat in Afghanistan während einer Patrouille. Quelle: ap
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US-Verteidigungsminister Robert Gates hält eine Versöhnung der Taliban-Chefs und der Regierung in Afghanistan für unwahrscheinlich. Er begrüße zwar, dass der afghanische Präsident Hamid Karsai auf der Ende Januar in London geplanten Afghanistan-Konferenz einen neuen Plan zur „Versöhnung“ vorstellen wolle. „Ich persönlich wäre über eine Aussöhnung mit (dem afghanischen Taliban-Anführer) Mullah Omar aber sehr überrascht“, sagte Gates am Montag (Ortszeit) während eines Flugs nach Indien. Omar und andere Taliban-Führer seien sehr zögerlich damit, ihre Waffen niederzulegen.

„Solange die Taliban-Chefs die Veränderungen im Land nicht sehen und bemerken, dass sie nicht gewinnen, stehen die Chancen für eine Versöhnung auf hoher Ebene ziemlich schlecht“, sagte Gates. Es sei jedoch möglich, dass sich rangniedere Aufständische auf lokaler Ebene wieder in die Gesellschaft eingliederten. Karsai hatte den radikalislamischen Taliban bereits mehrfach Friedensangebote unterbreitet. Die Rebellen verweigern sich aber jeglichem Dialog, solange die internationalen Truppen im Land stationiert bleiben.

Einen Tag nach dem Angriff der Taliban auf das Regierungsviertel von Kabul sind dort am Dienstag die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verstärkt worden. Das fast fünfstündige Gefecht, bei dem am Montag zwölf Menschen getötet wurden, ließ wieder einmal Fragen laut werden, inwieweit die Regierung in der Lage ist, die Sicherheit in Afghanistan zu gewährleisten.

Die Zahl der Straßensperren und Kontrollposten in Kabul wurde erhöht, Fahrzeuge wurde durchsucht, es waren auch vermehrt Patrouillen zu Fuß unterwegs, wie der stellvertretende Polizeichef Mohammad Chalil Dastjar erklärte. Ansonsten war es weitgehend ruhig, auch der Verkehr lief wieder normal. Der Angriff einer Handvoll zu allem entschlossener Islamisten hatte gezeigt, wie leicht diese Ruhe zu erschüttern ist. Die NATO erklärte, die afghanischen Sicherheitskräfte hätte die Situation am Montag weitgehend allein unter Kontrolle gebracht.

Der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok forderte mit Blick auf den Angriff vom Montag, die Strategie des Westens für das Land zu überdenken. „Die Taliban beherrschen über Nacht fast 80 Prozent des Landes. Die NATO-Kräfte können die militärische Sicherheit nicht herstellen“, sagte Brok der „Neuen Presse“ aus Hannover. Dies belege, „dass der militärische Konflikt offensichtlich nicht zu gewinnen ist“.

„Wenn man die Taliban schon in den Dörfern drei Kilometer vor den deutschen Lagern hat, dann kommen Zweifel an der Richtigkeit der Strategie auf“, erklärte der CDU-Politiker. Nach acht Jahren müssten die Europäer „endlich eine gemeinsame Position erarbeiten: Was ist eine gewinnbare Strategie, was ist ein erreichbares Ziel?“ Auf dieser Grundlage könne man dann mit den USA verhandeln.

afp/ap