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Deutschland/Welt US-Armee tötet erneut wichtigen Taliban-Kommandeur
Nachrichten Politik Deutschland/Welt US-Armee tötet erneut wichtigen Taliban-Kommandeur
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16:19 29.04.2010
Quelle: ap
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Die US-Armee hat erneut einen wichtigen Taliban-Kommandeur getötet. Das sagte der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar. US-Sondereinheiten und afghanische Soldaten hätten Mullah Daoud am Donnerstag erschossen.

Die Taliban hatten Mullah Daoud zum Kommandeur der Provinzhauptstadt und des Distrikts Char Darah ernannt, nachdem sein Vorgänger Mullah Selaab erst am vergangenen Wochenende bei einer Militär-Operation getötet worden war. Char Darah ist der gefährlichste Distrikt in der Provinz. Am vergangenen Montag war bei einem Luftschlag der internationalen Truppen der „Schatten- Gouverneur“ der Taliban für die Provinz Kundus, Mullah Yar Mohammad alias Mullah Noor Mohammad, ums Leben gekommen.

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Omar sagte, bei der Operation am Donnerstag in Kundus-Stadt seien vier Aufständische gefangen genommen worden. Daoud sei „der wichtigste Taliban-Kommandeur in der Region“ gewesen. Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte am Donnerstag mit, in der Gegend sei ein Aufständischer erschossen worden, als er eine Pistole gezogen habe, statt sich wie aufgefordert zu ergeben. Die ISAF machte keine Angaben zum Namen und der Funktion des Mannes.

Bei einer Razzia in der ostafghanischen Provinz Nangarhar erschossen US-Soldaten unterdessen nach Aussagen von Zeugen den Schwager einer afghanischen Abgeordneten. Die Parlamentarierin Safiya Sediqi sprach am Donnerstag von einer „barbarischen Tat“. Nach Angaben der Familie hatte der Tote keine Verbindungen zu den Taliban.

Die NATO-geführte Internationale Schutztruppe ISAF teilte mit, ausländische und afghanische Soldaten hätten in Nangarhar bei der Suche nach einem Aufständischen eine „bewaffnete Person“ erschossen. Bei der Operation sei der Mann mit einer Waffe beobachtet worden, mit der er auf die Soldaten gezielt habe. Der Vorfall werde untersucht.

Sediqi sagte der Nachrichtenagentur dpa, mehr als 100 US-Soldaten hätten ihr Haus in der Nacht zu Donnerstag umstellt gehabt. Sie selber sei nicht zu Hause gewesen. Der Bruder der Abgeordneten, Abdul Hadi Sediqi, sagte, der Verwandte - ein Automechaniker aus Kabul, der die Familie besuchte - habe zu einem Jagdgewehr gegriffen, als er außerhalb des Hauses Geräusche hörte. Als er aus der Tür getreten sei, sei er sofort erschossen worden. Die Soldaten hätten dann allen Familienmitgliedern - auch Kleinkindern - stundenlang die Augen verbunden, während sie das Haus durchsuchten.

Nach der Militäroperation gingen aufgebrachte Afghanen im Distrikt Schurkh Rod auf die Straße. Ein Anwohner sagte, die Demonstranten hätten die NATO-Truppen aufgefordert, aus Afghanistan abzuziehen.

dpa