Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt US-Armee startet erneut Offensive gegen Taliban
Nachrichten Politik Deutschland/Welt US-Armee startet erneut Offensive gegen Taliban
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:47 12.08.2009
US-Soldaten bei einer Operation in Helmand vor zehn Tagen.
US-Soldaten bei einer Operation in Helmand vor zehn Tagen. Quelle: afp
Anzeige

Der Einsatz “Östliche Entschlossenheit II“ habe Mittwochfrüh im Bezirk Naw Sad in der Provinz Helmand begonnen, teilte die US-Armee in einer Erklärung mit. Neben 400 US-Soldaten seien auch 100 afghanische Soldaten beteiligt. Mit der Offensive will die US-Armee nach eigenen Angaben die radikalislamischen Taliban daran hindern, die Wahlen am 20. August zu stören und afghanische Bürger durch Einschüchterungen von der Stimmabgabe abzuhalten.

Anfang Juli hatte die US-Armee mit 4000 Marine-Infanteristen sowie afghanischen Truppen die Großoffensive „Schwertstoß“ gegen die Taliban in Helmand gestartet. Die Gewalt von Aufständischen in Afghanistan hatte in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen.

In der nördlichen Provinz Kundus wurde der Polizeichef des Bezirks Artschi getötet, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Aufständische hätten zunächst mehrere Polizisten angegriffen, sagte der örtliche Regierungschef Schaich Dabi. Als der Polizeichef den Beamten zu Hilfe gekommen sei, hätten die Taliban ihn und einen seiner Leibwächter getötet. Drei Polizisten wurden verletzt. In Kundus, wo die meisten Bundeswehrsoldaten in Afghanistan stationiert sind, hat die Gewalt dieses Jahr ebenfalls deutlich zugenommen.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat derweil der Einschätzung des neuen NATO-Befehlshabers der ISAF-Truppen, US-General Stanley McChrystal widersprochen, die Taliban hätten in Afghanistan die Oberhand gewonnen. „Ich will nichts verharmlosen, aber diese Einschätzung teile ich nicht“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Mittwoch. Tatsache sei, dass im Norden Afghanistans, wo die Deutschen die Verantwortung trügen, zwölf Prozent der Distrikte als kritisch einzustufen seien. Auch in den anderen Landesteilen habe sich die Sicherheitslage verschärft. Das heiße aber nicht, dass die Taliban die Oberhand gewonnen hätten.
McChrystal hatte dem „Wall Street Journal“ vom Montag gesagt, die Taliban hätten die Oberhand in Afghanistan gewonnen. Sie seien nun auch zunehmend im Norden und Westen des Landes eine Bedrohung.

afp