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Deutschland/Welt UN sieht kaum Fortschritte bei Umweltpolitik
Nachrichten Politik Deutschland/Welt UN sieht kaum Fortschritte bei Umweltpolitik
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22:44 06.06.2012
Foto: Die Vereinten Nationen sieht kaum Fortschritte in der Umweltpolitik.
Die Vereinten Nationen sieht kaum Fortschritte in der Umweltpolitik. Quelle: dpa
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New York

Bei etwa 40 weiteren gebe es gewisse Verbesserungen - bei den übrigen praktisch keine. „Die Stunde ist gekommen, um die Lähmung und die Unentschiedenheit zu überwinden“, sagte UNEP-Direktor Achim Steiner bei der Vorstellung des „GEO-5“ genannten Berichts in Rio de Janeiro. „Wir müssen die Fakten anerkennen und die Herausforderungen für die Menschheit angehen.“ Es sei dringend ein Kurswechsel in der Umweltpolitik nötig - und der bevorstehende UN- und Nachhaltigkeitsgipfel „Rio+20“ sei eine Chance, die nur einmal in einer Generation vorkomme.

Die 525 Seiten starke Studie kritisiert vehement den schleppenden Prozess bei der Durchsetzung international vereinbarter Umweltziele. Die Wissenschaftler analysierten die wichtigsten 90 von 500 international geltenden Zielen und stellten nur bei vier einen signifikanten Fortschritt fest: Es werde mittlerweile deutlich weniger ozonschädigendes Gas in die Atmosphäre gejagt, die Meere weniger verschmutzt, in Kraftstoffen ist weniger Blei und mehr Menschen haben Zugang zu sauberem Wasser.

Gewisse Erfolge habe es bei Punkten wie Abholzung gegeben. Aber in weiten Teilen wurde es nicht besser, manchmal gar schlechter. Der Bericht nennt Überfischung, Dürren und Klimawandel. „Wenn der Trend so weitergeht und die Verhaltensweisen von Produktion und Verbrauch natürlicher Ressourcen nicht umgekehrt werden können, dann werden die Regierungen eine beispiellose Dimension von Schäden und Verlusten erleben“, sagte der Deutsche Steiner.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, er sei „vorsichtig optimistisch“, dass weitere Gespräche vor dem Gipfel in Rio doch noch zu einem Ergebnis führen könnten.

Der Umweltbericht der UNEP solle den Entscheidungsträgern der Konferenz vom 20. bis 22. Juni in Rio helfen, die Weichen für eine umfassende nachhaltige Entwicklung zu stellen, betonte Steiner. Mit Blick auf die Klimaänderung warnen die Wissenschaftler in der Studie: „Wenn die aktuellen (Wirtschafts-) Modelle beibehalten werden, können sich die Treibhausgas-Emissionen in den nächsten 50 Jahren verdoppeln, und die globale Temperatur kann um drei Grad oder mehr bis Ende des Jahrhunderts ansteigen.“

dpa