Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Trisomie-Bluttests bei Schwangeren - Entscheidung über Kassenleistung
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Trisomie-Bluttests bei Schwangeren - Entscheidung über Kassenleistung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:06 19.09.2019
Ein sogenannter "Praena-Test" der Firma LifeCodexx, der über eine vorgeburtliche Blutentnahme Aufschluss über eine mögliche Erkrankung des Kindes an Trisomie 21 geben soll.
Berlin

Sollen schwangere Frauen Bluttests vor der Geburt auf ein Down-Syndrom des Kindes künftig von der Kasse bezahlt bekommen? Das will das oberste Beschlussgremium des Gesundheitswesens am Donnerstag in Berlin entscheiden.

Dabei geht es ausdrücklich um Frauen mit Risikoschwangerschaften und keinen generellen Anspruch. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, gesetzlichen Kassen und Kliniken hatte schon signalisiert, eine Anerkennung als mögliche Kassenleistung sei im Einzelfall als medizinisch begründet anzusehen. Die genaue Regelung soll nun beschlossen werden. In Kraft treten könnte sie dann aber voraussichtlich erst im Herbst 2020.

Lesen Sie auch: Wie funktioniert der Trisomie-Bluttest?

Warnungen vor wachsendem Druck auf Eltern

Die behindertenpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Corinna Rüffer, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, ganz egal was der Gemeinsame Bundesausschuss entscheide, werde das keinesfalls das Ende der Debatte sein. "Auch mit Blick auf künftige Tests müssen wir die Grenzen und Bedingungen molekulargenetischer Testverfahren in der Schwangerschaft festlegen - und das wird der Bundestag auch tun."

Rüffer hatte mit anderen Abgeordneten bereits eine offene Debatte zu ethischen Fragen im Parlament initiiert. Dabei wurde im April breite Unterstützung für eine Anerkennung der Tests als Kassenleistung deutlich. Es gab aber auch Warnungen vor wachsendem Druck auf Eltern, der zu mehr Abtreibungen führe. Beratung und auch die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen müssten deutlich verbessert werden. Konkrete Anträge wurden vorerst aber noch nicht eingebracht.

Aussschuss will auch über weitere mögliche Kassenleistung entscheiden: Absaugen von Körperfett

Seit 2012 werden Schwangeren Bluttests auf eigene Kosten angeboten, mit denen unter anderem untersucht wird, ob das Kind mit Down-Syndrom auf die Welt käme. Sie gelten als risikolos im Vergleich zu den seit mehr als 30 Jahren üblichen Fruchtwasseruntersuchungen, die bereits Kassenleistung sind. Bei einem Down-Syndrom haben Menschen in jeder Zelle ein Chromosom mehr als andere. Das Chromosom 21 ist dreifach vorhanden, daher die Bezeichnung Trisomie 21. Folgen sind körperliche Auffälligkeiten und eine verlangsamte motorische, geistige und sprachliche Entwicklung. Ausprägungen sind aber sehr unterschiedlich.

Daneben will der Gemeinsame Bundesausschuss unter anderem über eine weitere neue Kassenleistung entscheiden. Dabei geht es um das Absaugen von Körperfett bei besonders schwer erkrankten Frauen mit dem Stadium 3. Daneben wird eine generelle wissenschaftliche Studie zu Nutzen und Risiken dieser sogenannten Liposuktion vorbereitet.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigte derweil an, er wolle die Abläufe in dem Bundesausschuss "verschlanken und beschleunigen". "Wenn neue Therapien helfen, sollen sie schnell in der Versorgung ankommen", sagte der CDU-Politiker der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Patienten sollten wissen: "Wenn es möglich ist, ihre Behandlung zu verbessern, fällt die Entscheidung sorgfältig, aber auch mit der nötigen Dringlichkeit."

Lesen Sie auch den Kommentar: Debatte um Trisomie-Blutests - man muss das Perfekte fürchten

RND/dpa

US-Präsident Donald Trump hat erneut gegen Ilhan Omar gehetzt. Er retweetete ein manipuliertes Video über die demokratische Abgeordnete. Die Politikerin wirft Trump nun vor, ihr Leben zu gefährden - und fordert Twitter zum Handeln auf.

19.09.2019

Mitten im Wahlkampf muss sich Kanadas Regierungschef Justin Trudeau mit einer Kontroverse um ein Foto herumschlagen, das ihn vor fast 20 Jahren zeigt. Darauf ist er mit dunkel geschminktem Gesicht und Turban bei einer Party zu sehen. Der Premierminister entschuldigt sich postwendend.

19.09.2019

Fridays-for-Future-Aktivisten sind enttäuscht über mögliches Scheitern des Klimakabinetts – kurz vorm voraussichtlich größten globalen Klimastreik. Klimaforscher Edenhofer: „Die Regierung sollte und sie kann auch reagieren. Sie hat die Mittel in der Hand.“

19.09.2019