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Deutschland/Welt Seelsorger für Ethik-Komitees in Gefängnissen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Seelsorger für Ethik-Komitees in Gefängnissen
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08:26 11.10.2009
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Quelle: Rainer Surrey (Symbolbild)
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An solche Gremien sollten sich nicht nur die Gefangenen wenden können, sondern auch die Beschäftigten, betonte Wolters. Details solle eine Fachtagung in Zusammenarbeit mit der katholischen Fakultät der Universität Frankfurt im November klären.

Es gebe im Gefängnisalltag viele Gelegenheiten, bei denen sich die Häftlinge und auch das Personal in ihrer Menschenwürde verletzt sehen würden, sagte Wolters. Ein Beispiel sei die Urinkontrolle. Der Gefängnis-Mitarbeiter müsse anwesend sein, wenn der Gefangene seinen Urin abgebe. Solche Kontrollen seien zwar notwendig, um zu überwachen, ob Sträflinge Drogen nehmen oder nicht. Die Frage sei aber, wie die Kontrolle konkret umgesetzt wird. „In der jetzigen Form ist sie für beide Beteiligte entwürdigend“, sagte Wolters. Andere Beispiele beträfen den Umgang mit neuen Gefangenen oder die Besuche von Häftlingen.

„Es geht darum, so etwas wahrzunehmen und einen Ort zu schaffen, wo darüber nachgedacht wird: Wie gehen wir eigentlich miteinander um? Gibt es da vielleicht andere Wege?“, sagte Wolters. Wie solche Kommissionen besetzt sein könnten - ob ihnen beispielsweise auch Mitglieder angehören könnten, die nicht aus Justizvollzugsanstalten kommen - darüber bestehe noch keine Einigkeit unter den Seelsorgern. Das müsse die Tagung im November ergeben.

„Ein solches Gremium kann nur beratend sein. Es soll keine Entscheidungen treffen“, betonte Wolters. Es sei eine Chance, mit vielen Beschwerden auf der untersten Ebene umzugehen, ohne dass sie sofort an das Ministerium gerichtet würden. Er hoffe, dass einige Bundesländer solche Ethik-Komitees in Pilotprojekten erprobten.

lni