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Deutschland/Welt Schwarz geschminkte Gesichter: Rassismusdebatte in den USA weitet sich aus
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16:35 07.02.2019
Der demokratische Generalstaatsanwalt von Virginia, Mark Herring, hat in der Blackface-Debatte eigenes Fehlverhalten eingeräumt. Quelle: imago stock&people
Richmond

In der Rassismusdebatte um schwarz geschminkte Gesichter von Weißen in den USA hat ein weiterer Politiker ein Fehlverhalten eingeräumt. 1980 als Student habe er sein Gesicht für eine Party mit braunem Make-up bedeckt und eine Perücke getragen, um einen Rapper nachzumachen, sagte der demokratische Generalstaatsanwalt von Virginia, Mark Herring, am Mittwoch. Von der Debatte ist bereits der Gouverneur von Virginia, Ralph Northam, erfasst worden.

Herring sagte, als junger Mann habe ihm das Bewusstsein dafür gefehlt, wie sein Verhalten andere verletzten könne. Das sei nicht zu entschuldigen. Er will 2021 für das Gouverneursamt kandidieren. Nachdem Gouverneur Northam in den vergangenen Tagen mit dem Vorwurf konfrontiert worden war, es gebe ein „Blackface“-Foto von ihm, hatte Herring ihn zum Rücktritt aufgefordert.

Ralph Northam: Mit Schuhcreme das Gesicht bemalt

Ralph Northam, Gouverneur von Virginia, steht in der Debatte ebenfalls in der Kritik. Quelle: imago stock&people

Northam selbst hatte in der vergangenen Woche zunächst eingeräumt, auf einem Foto von einer Person mit schwarzem Gesicht und einer in einer Ku-Klux-Klan-Robe zu sein. Das Bild war auf seiner Jahrbuchseite seiner medizinischen Hochschule von 1984 zu sehen. Einen Tag später nahm er diese Aussage jedoch zurück. Zugleich räumte er ein, einst Schuhcreme benutzt zu haben, um sein Gesicht für ein Michael-Jackson-Kostüm bei einem Tanzwettbewerb dunkler zu machen.

Herring erklärte, in den kommenden Tagen müssten ehrliche Gespräche und Debatten zeigen, ob er sein Amt behalten werde. Er sagte aber auch, sein Verhalten damals reflektiere nicht, zu welchem Mann er sich in den fast 40 vergangenen Jahren entwickelt habe.

Hier sehen Sie das umstrittene Jahrbuch-Foto von Gouverneur Northam:

Vorwurf des Rassismus’: Umstritten ist das Foto rechts. Es zeigt eine Person mit schwarzem Gesicht, eine zweite in einer Ku-Klux-Klan-Robe. Quelle: imago stock&people

Enttäuschung bei schwarzen Parlamentariern

Der Vorsitzende des sogenannten Black Caucus von Virginia, einem Gremium schwarzer Parlamentarier in dem US-Staat, zeigte sich enttäuscht von Herring. Die Gruppe brauche Zeit und habe „eine Menge zu verdauen“, sagte der Demokrat Lamont Bagby.

In Virginia braut sich außerdem ein zweiter politischer Skandal zusammen. Der Vizegouverneur des US-Staats, Justin Fairfax, sieht sich dem Vorwurf des sexuellen Fehlverhaltens ausgesetzt. Am Mittwoch warf eine Frau dem Demokraten vor, sie 2004 zu Oralsex gezwungen zu haben. Fairfax sprach von einvernehmlichen Handlungen. Sie habe weder während des Geschlechtsverkehrs oder in den Jahren danach gesagt, sich unwohl gefühlt zu haben. Erstmals habe er 2018 über einen Reporter von den Anschuldigungen erfahren.

Hier sehen Sie Reaktionen auf die Rassismus-Vorwürfe aus dem Netz:

Übersetzt: „Am Freitag forderte Generalstaatsanwalt Mark Herring Gouverneur Northam auf, wegen seines „Blackface“-Fotos zurückzutreten. – Heute hat Mark Herring zugegeben, dass es ein „Blackface“-Foto von ihm selbst gibt.“

Übersetzt: „Hier ist das Schlüsselzitat von Mark Herring: Ich hatte einen herzlos und unentschuldbar fehlendes Bewusstsein und eine fehlende Sensibilität gegenüber dem Schmerz, den mein Verhalten anderen zufügen konnte. Es war wirklich eine Geringschätzung sowohl farbiger Menschen als auch einer schrecklichen Geschichte, die ich schon damals gut kannte."

Von RND/AP/jw

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