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Deutschland/Welt Schlecker-Kinder fordern 176 Millionen Euro von ihrem Pleite-Vater
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Schlecker-Kinder fordern 176 Millionen Euro von ihrem Pleite-Vater
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12:31 06.06.2012
Die Kinder das Schlecker-Gründers Anton: Lars und Meike Schlecker.
Die Kinder das Schlecker-Gründers Anton: Lars und Meike Schlecker. Quelle: dpa
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Ehingen

Das geht aus einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ hervor. Demnach fordert Meike 48,43 Millionen Euro und ihr Bruder Lars die Summe von 48,9 Millionen Euro, berichtet das Blatt unter Berufung auf die Forderungsliste gegen den insolventen Schlecker-Konzern.

Die Logistikfirma LDG, die Schlecker-Sohn Lars gehört, fordere zudem 76 Millionen Euro. Die Bundesagentur für Arbeit und der Warenkreditversicherer Euler Hermes wollen dreistellige Millionenbeträge von der Firma Schlecker, das Finanzamt 73,2 Millionen Euro. Laut Geiwitz sind bislang Forderungen von 665 Millionen Euro eingegangen. Wer am Ende was bekommt, ist unklar.

Das Geschäftsgebaren von LDG wirft viele Fragen auf. Die Dienstleistungsfirma soll nur Schlecker als Kunden gehabt und konstant hohe Gewinne verbucht haben, als das Drogerieimperium schon gewaltig kriselte.

Das „Handelsblatt“ berichtete zuvor über das Konstrukt und wirft die Frage auf, ob Firmenchef Anton Schlecker über diese Firma womöglich Geld beiseitegeschafft haben könnte. „Der Gründer ging volles Risiko, die Kinder sicherten sich ab“, so das Blatt.

Der Dienstleister gehört laut Registerinformation Lars Schlecker allein. Laut „Bundesanzeiger“ standen 2010 rund 33 Millionen Umsatz gut zwölf Millionen Überschuss entgegen – eine Gewinnspanne nach Steuern von satten 38 Prozent. Für Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz ist es allerdings möglich, Zahlungsflüsse an LDG auch noch Jahre zurück zu beanstanden.

Das Unternehmen erbrachte für Schlecker Logistikdienstleistungen wie etwa elektronische Lagerverwaltung. Ungewöhnlich sind an der LDG-Bilanz jedoch zwei Dinge: Zum einen wird die Bezahlung der beiden Geschäftsführer nicht ausgewiesen. Andererseits ist in der Bilanz 2010 ein Kredit über 50,7 Millionen Euro auffällig, der an Anton Schlecker ging. Er ließ sich also Geld aus dem Polster geben, das die LDG die vergangenen Jahre dank großer Gewinne angehäuft hatte.

Gestern blieb zunächst unklar, wofür der Firmenpatriarch dieses Geld nutzte. LDG zumindest brachte das Darlehen in akute Bedrängnis. Geiwitz wies bei der Gläubigerversammlung gestern in Ulm jedoch Medienberichte zurück, wonach Geld beiseitegeschafft worden sei.