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Deutschland/Welt Donald Trump verliert mit Sarah Sanders sein loyalstes Sprachrohr
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Donald Trump verliert mit Sarah Sanders sein loyalstes Sprachrohr
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14:34 14.06.2019
Sarah Sanders, Pressesekretärin des Weißen Hauses, verlässt ihren Job im Weißen Haus zum Ende des Monats. Quelle: Evan Vucci/AP/dpa
Washington

Dieser Abschied scheint Donald Trump wirklich zu schmerzen. So viele hat der US-Präsident schon gehen lassen, nicht vielen wurde die Ehre solch emotionaler Abschiedsworte zu teil. Sie habe einen wunderbaren Job gemacht, sie sei stark, gut, taff und böse, super, eine tolle Frau und habe ein großes Herz.

„Wir haben so viel zusammen durchgemacht“, sagte Trump am Donnerstag bei einer Pressekonferenz, nachdem er zuvor per Twitter bekannt gab, dass seine Sprecherin Sarah Huckabee-Sanders das Weiße Haus Ende des Monats verlässt. Dass er ihr in seinem Tweet zu 3,5 Jahren im Weißen Haus gratulierte, obwohl er selbst erst 2,5 Jahre dort tätig ist – geschenkt.

Auch die 36-jährige Sanders überschlug sich anschließend mit Lob und Liebesbekundungen für den Präsidenten und seine Agenda. „Es war die Ehre meines Lebens“, sagte sie. Der Job im Weißen Haus sei eine „einmalige Gelegenheit“ gewesen. „Sogar die schwierigen Tage sind besonders.“ Sie wolle nun aber mehr Zeit mit ihrer Familie und ihren vier, fünf und sieben Jahre alten Kindern verbringen und deshalb zurück in ihre Heimat im US-Staat Arkansas kehren.

Ihre bedingungslose Loyalität zu Trump brachte der Tochter des republikanischen Ex-Gouverneurs und Präsidentschaftsbewerbers Mike Huckabee immer wieder Kritik ein. Sie verteidigte selbst höchst fragwürdige Aussagen kompromisslos gegen aufgebrachte Journalisten. Eine ihrer härtesten Stunden vor dem berühmten blauen Vorhang war wohl die Pressekonferenz, die stattfand, nachdem die Bilder von weinenden Kleinkindern an der Grenze zu Mexiko um die Welt gingen.

Trump hatte veranlasst, dass sie getrennt von ihren Eltern als illegale Einwanderer inhaftiert wurden. Selbst Präsidentengattin Melania Trump kritisierte damals öffentlich die Entscheidung ihres Mannes. Das Dekret nahm der US-Präsident später zurück. „So ist das Gesetz“ war Sanders Antwort auf die Frage, ob sie keine Skrupel habe.

Seit dem Amtsantritt von Donald Trump hat es im Apparat der US-Regierung viele Rausschmisse, Personalwechsel und Rücktritte gegeben. Ein Überblick.

Für die US-Medien war ihre etwa zweijährige Amtszeit dadurch gekennzeichnet, dass anders als üblich kaum noch Pressekonferenzen stattfanden. Der von Trump verachtete US-Sender CNN schrieb: „Sarah Sanders primäres Vermächtnis als Pressesprecherin des Weißen Hauses wird der Tod des täglichen Pressebriefings sein.“ Sanders' letzte kurze Pressekonferenz im Briefing-Raum war am 11. März. Stattdessen erwischten Reporter sie häufig auf der Einfahrt zum Weißen Haus, nachdem sie von Fernsehsendern wie Fox News interviewt worden war.

Sie folgte dem US-Präsidenten wohl soweit, dass auch lügen zu ihrer Jobbeschreibung gehörte. Im Abschlussbericht von FBI-Sonderermittler Robert Mueller zur Russland-Affäre hieß es, Sanders habe bei Interviews mit Muellers Team eingeräumt, zwei Mal vor Journalisten die Unwahrheit gesagt zu haben. Konkret ging es dabei um ihre Aussage, „unzählige“ FBI-Mitarbeiter hätten Trump Unterstützung dafür bekundet, im Mai 2017 den damaligen FBI-Direktor James Comey gefeuert zu haben. Sanders sagte dem Bericht zufolge, es habe sich in einem Fall um einen „Versprecher“ und im anderen Fall um eine Aussage „in der Hitze des Gefechts“ gehandelt.

Für Trump hingegen ist Sanders eine „besondere Person mit außergewöhnlichen Talenten“, die einen „unglaublichen Job“ vollbracht habe. Er hat auch gleich Zukunftspläne für sie: Sie soll sich um das Gouverneursamt von Arkansas bewerben. „Sie wäre fantastisch.“

Von Nadja Lissok/dpa/ap/RND

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