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Deutschland/Welt Russland soll Morde an Bürgerrechtlern aufklären
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Russland soll Morde an Bürgerrechtlern aufklären
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09:11 14.08.2009
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist am Freitag zu einem informellem Treffen mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew nach Sotschi am Schwarzen Meer. Quelle: Joerg Koch/ddp
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Bei einer Veranstaltung des Deutschlandradio Kultur bezeichnete Merkel die Ermordung Sarema Sadulajewas und ihres Ehemanns Alik Djibralow als "inakzeptabel". Deutschland fordere, "dass wirklich die Strafverfolgung betrieben wird". Merkel kommt am Freitag mit Medwedew zu einem informellen Treffen in Sotschi am Schwarzen Meer zusammen.

Sie habe bereits mehrfach mit Medwedew über die Einhaltung der Menschenrechte gesprochen, sagte Merkel. "Ich glaube, dass ihm an diesem Thema schon etwas liegt, aber es ist natürlich wichtig, dass dem Ganzen auch Taten folgen."

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Sadulajewa und ihr Mann waren am Dienstag in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny erschossen aufgefunden worden. Erst Mitte Juli war in der russischen Kaukasusrepublik die Menschenrechtsaktivistin Natalja Estemirowa entführt worden. Sie wurde wenig später ermordet in der Nachbarrepublik Inguschetien aufgefunden. Die Tat ist wie viele andere Morde an Bürgerrechtlern und Journalisten in Russland bisher nicht aufgeklärt.

In der russischen Kaukasusrepublik Dagestan erschossen Unbekannte am Donnerstag elf Menschen. Beim Angriff auf eine Polizeistation in der Stadt Buinasks seien vier Beamte ums Leben gekommen, meldete die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Zudem seien bei einem Überfall auf eine Sauna sieben Beschäftigte erschossen worden. Laut Nachrichtenagentur Interfax gelang den Schützen die Flucht.In der russischen Kaukasusrepublik kommt es immer wieder zu Angriffen militanter Islamisten auf die pro-russischen Behörden.

Im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Merkel und Medwedew in der Präsidentenresidenz von Sotschi stehen internationale Themen und vor allem Wirtschaftsfragen. Merkel und Medwedew wollen über die Bewältigung der Krise beraten und den G-20-Gipfel in Pittsburgh in den USA vorbereiten. Außerdem dürfte auch über einen möglichen russischen Einstieg bei den ostdeutschen Wadan-Werften sowie den geplanten Opel-Verkauf mit russischer Beteiligung geredet werden.

afp