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Deutschland/Welt Rolle rückwärts beim Turbo-Abitur?
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Rolle rückwärts beim Turbo-Abitur?
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13:37 07.06.2013
Der Philologenverband und die GEW fordern die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren. Quelle: dpa
Hannover

Im Osten Deutschlands hat das achtjährige Gymnasium Tradition und wird kaum infrage gestellt. Allerdings ist noch kein Land generell zum Abitur nach 13 Jahren zurückgekehrt, wie es der Philologenverband und die GEW in Hannover für Niedersachsen fordern.

Im grün-rot regierten Baden-Württemberg streiten die Regierungsparteien derzeit über das Turbo-Abi. Die Koalition hatte sich auf den Kompromiss geeinigt, nur 44 Modell-Gymnasien mit neun Schuljahren zuzulassen. Die SPD verlangt, dass 120 ganz oder teilweise zum alten Modell zurückdürfen - das wären knapp ein Drittel der Gymnasien. Gemeinschaftsschulen und Berufliche Gymnasien bieten ohnehin das Abitur nach 13 Schuljahren an.

In Schleswig-Holstein hatte die abgewählte schwarz-gelbe Koalition eine Wahlfreiheit für die Schulträger eingeführt. Der neue Ministerpräsident Torsten Albig will aber für die normalen Gymnasien wieder G8, also das Turbo-Abi, einführen und den längeren Weg zum Abitur auf die Gemeinschaftsschulen beschränken.

In Hamburg hat eine Elterninitiative eine Volksinitiative für die längere Schulzeit G9 auf den Weg gebracht. In Nordrhein-Westfalen gibt es neben den Gesamtschulen Modellzüge für G9 an Gymnasien. In Rheinland-Pfalz geht sowohl G8 als auch G9.

Das Turbo-Abi ist aber nur in Verbindung mit einer verpflichtenden Ganztagsschule ab der Klassenstufe 7 möglich. Aber auch in konservativ regierten Ländern gibt es Bewegung: In Hessen gibt es vom nächsten Schuljahr an Wahlfreiheit für Schulen und Eltern. Das CSU-dominierte Bayern plant ein "Flexibilisierungsjahr" - danach können Gymnasiasten vom kommenden Schuljahr an entscheiden, ob sie in der Mittelstufe ein zusätzliches Schuljahr mit Förderangeboten einlegen. Die Freien Wähler wollen aber per Volksentscheid G9 offiziell als Alternative wieder einführen.

dpa