Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Rösler will Zugang zum Medizinstudium erleichtern
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Rösler will Zugang zum Medizinstudium erleichtern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:43 03.04.2010
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) Quelle: dpa (Archiv)
Anzeige

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will drohenden Ärztemangels den Zugang zum Medizinstudium erleichtern. „Ich plädiere für eine Abschaffung des Numerus clausus und für eine stärkere Berücksichtigung von Auswahlgesprächen“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). Der Notendurchschnitt allein sage nichts darüber aus, ob jemand ein guter Arzt werde, fügte der Minister, der selbst ausgebildeter Mediziner ist, hinzu. „Ich finde, da kommt es noch auf ganz andere Faktoren an. So spielt die Fähigkeit zur menschlichen Zuwendung eine große Rolle.“

Einen erheblichen Ärztemangel sieht Rösler schon jetzt auf dem Land. Hier sei die „gefühlte Unterversorgung“ viel größer, als es die Statistiken auswiesen. „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird das Problem dramatisch schon in den nächsten zehn Jahren.“ Rösler verwies zudem auf das hohe Durchschnittsalter der 150 000 niedergelassenen Ärzte: Jeder zweite Allgemeinmediziner sei über 55 Jahre alt.

Anzeige

Über ein verändertes Zuteilungsverfahren für die Medizin- Studienplätze müssten allerdings die Bundesländer befinden, gab Rösler zu bedenken. In seinen Gesprächen mit den Gesundheitsministern der Länder habe er indes noch keine Widerstände feststellen können, sondern eher Zustimmung. „Ich würde die Umstellung gerne noch in dieser Legislaturperiode politisch auf den Weg bringen“, sagte der FDP-Politiker.

dpa