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Deutschland/Welt Rekordwahl in Iran - Stürzt Ahmadinedschad?
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Rekordwahl in Iran - Stürzt Ahmadinedschad?
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18:34 12.06.2009
Lange Schlangen vor den Wahlurnen - sogar vor dem iranischen Konsulat in Afghanistan.
Lange Schlangen vor den Wahlurnen - sogar vor dem iranischen Konsulat in Afghanistan. Quelle: afp
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Teheran. Die Wahlbeteiligung liege bei einem Rekordwert von mindestens 70 Prozent. Eine hohe Beteiligung galt als Schlüssel, um einen Sieg des Amtsinhabers in der ersten Runde zu verhindern.

Seit Öffnung der Wahllokale am Morgen sei der Andrang der Wähler groß, sagte der Chef der Wahlkommission im Innenministerium, Kamran Daneschju. Er sprach von einer „nie dagewesenen Beteiligung“. Statt wie vorgesehen am frühen Freitagabend würden die Wahllokale möglicherweise bis nach Mitternacht geöffnet bleiben. Vor mehreren Wahllokalen in Teheran bildeten sich laut einem Reporter der Nachrichtenagentur AFP lange Schlangen. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums, der den Urnengang in zehn Wahllokalen in der Hauptstadt beaufsichtigte, sagte, der Andrang der Wähler sei doppelt so groß wie vor vier Jahren.

Die Wahlbeteiligung gilt als wichtiger Faktor für die Bemühungen Mussawis, einen Wahlsieg Ahmadinedschads im ersten Wahlgang zu verhindern und in die Stichwahl zu kommen. Mussawi sprach gegenüber AFP angesichts der hohen Beteiligung denn auch von einer „glänzenden Chance“ für die Reformer. Sollte beim ersten Wahlgang kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen erringen, treten am Freitag kommender Woche die beiden Bestplatzierten gegeneinander an. Die offiziellen Wahlergebnisse sollten binnen 24 Stunden nach Schließung der Wahllokale vorliegen.

Vor vier Jahren lag die Beteiligung der gut 46 Millionen Stimmberechtigten in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl bei 62,84 Prozent. Die relativ geringe Wahlbeteiligung 2005 galt als einer der Hauptgründe für den überraschenden Sieg des damaligen Außenseiters Ahmadinedschad.

Zur Wahl standen außer dem ultrakonservativen Amtsinhaber Ahmadinedschad und Ex-Regierungschef Mussawi auch der Reformer und Ex-Parlamentspräsident Mehdi Karubi sowie der konservative einstige Chef der Revolutionsgarden, Mohsen Resai. Der 67-jährige gemäßigte Konservative Mussawi, der von Teilen des Reformlagers unterstützt wird, will die Beziehungen zum Westen verbessern, auch Ahmadinedschads übrige Herausforderer treten für eine Entspannung ein. Ahmadinedschad war mit dem Atomprogramm und harschen Äußerungen über Israel international auf Konfrontationskurs gegangen. Seine Herausforderer warfen ihm vor, die Erdöleinnahmen des Landes verschwendet und die Inflation angefacht zu haben. afp