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Deutschland/Welt Regierung verzichtet weiterhin auf Frauenquote
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Regierung verzichtet weiterhin auf Frauenquote
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18:26 30.03.2011
Rainer Brüderle, Ursula von der Leyen und Kristina Schröder wollen mehr Frauen in den Chefetagen. Darüber, wie dieses Ziel erreicht werden soll, sind sie allerdings unterschiedlicher Meinung.
Rainer Brüderle, Ursula von der Leyen und Kristina Schröder (v.l.) wollen mehr Frauen in den Chefetagen. Darüber, wie dieses Ziel erreicht werden soll, sind sie allerdings unterschiedlicher Meinung. Quelle: dpa
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Beim Spitzengespräch "Stufenplan Frauen in Führung" am Mittwoch in Berlin hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) deutlich gemacht, dass sie von der deutschen Wirtschaft bis 2013 einen höheren Frauenanteil in den Chefetagen erwarte. Dafür strebe sie eine flexible und zunächst freiwillige Lösung an, sagte Schröder zum Beginn des Gesprächs.

Ihre Kabinettskollegin, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), sagte, sie erwarte von dem Gespräch, dass die Wirtschaft konkrete Vorstellungen vorlegt, wie dieses Ziel zu erreichen ist. "Deutschland darf nicht der internationalen Entwicklung hinterher hinken." In anderen Staaten sei der Aufstieg von Frauen in höhere Positionen kein Problem. Aber auch der deutsche Mittelstand habe bereits bewiesen, dass eine bessere Frauenförderung möglich sei. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte, die Frauenförderung sei ihm ein "Herzensanliegen".

Die Arbeitgeber lehnen nach wie vor eine feste Frauenquote für Chefetagen vehement ab. "Das richtige Ziel von mehr Frauen in Führungsetagen lässt sich nicht gesetzlich erzwingen", sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Reinhard Göhner, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" am Mittwoch. Der Frauenanteil werde aber mit unternehmensspezifischen Maßnahmen in den nächsten Jahren deutlich erhöht werden können.

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, warnte in der Zeitung vor faulen Kompromissen und einer "Placebo-Veranstaltung": "Solange Familienministerin Kristina Schröder ihren Widerstand gegen ein Gleichstellungsgesetz mit einer Mindestquote von 40 Prozent Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten nicht aufgibt, wird Deutschland den Frauenanteil in Führungspositionen nicht signifikant steigern."

Schröder will der Wirtschaft zwei Jahre Zeit geben, den Frauenanteil in den Chefetagen zu steigern: "Wenn die Wirtschaft bis 2013 ihren Frauenanteil nicht verdreifacht, kommt die Flexi-Quote", sagte sie dem Berliner "Tagesspiegel". Wenn ein Unternehmen seine Ziele nicht erreiche, werde es Sanktionen geben.

Dagegen bekräftigte von der Leyen im ARD-Morgenmagazin ihre Forderung nach einer verbindlichen Quote von mindestens 30 Prozent Frauen in Führungspositionen der DAX-30-Unternehmen.

dpa