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Deutschland/Welt Wut treibt die Jungen auf die Straße – „Es gibt keinen zweiten Planeten“
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Wut treibt die Jungen auf die Straße – „Es gibt keinen zweiten Planeten“
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19:49 25.01.2019
Die Schüler-Aktion unter dem Motto „Fridays for future“ richtet sich gegen die aktuelle Klimapolitik und findet bundesweit in mehreren Städten statt. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Berlin

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“ - dieser Ruf ist am Freitag in Berlin laut zu hören. Während die Kohlekommission über den Ausstieg aus dem fossilen Energieträger debattiert, sagen vor dem Bundeswirtschaftsministerium und dann am Kanzleramt Tausende Schüler aus ganz Deutschland der Politik ihre Meinung. Es ist eine fröhliche, friedliche und zugleich kraftvolle Demonstration für den Klimaschutz. Jetzt müsse gehandelt werden, „weil es morgen zu spät ist“, sagt eine Sprecherin der Initiative „Fridays for Future“ (Freitage für die Zukunft).

Das Bündnis und die Grüne Jugend, die Nachwuchsorganisation der Grünen, haben zu der Demonstration aufgerufen. Junge Leute aus ganz Deutschland reisen an und lassen dafür ihren Unterricht ausfallen. „Wir sind hier richtig viele“, freut sich Luisa Neubauer für die Bewegung. Während die Organisatoren von 10.000 Demonstranten berichten, nennt die Polizei eine Teilnehmerzahl im mittleren vierstelligen Bereich. Viele haben selbst gebastelte Plakate dabei.

Schüler-Demonstrantin: Bundesregierung verspielt unsere Zukunft

Ein Mädchen hat einen grünen Regenschirm aufgespannt. Auf dem steht „There is no planet B“ (Es gibt keinen Planeten B). Schülerin Pauline aus Köln sagt: „Ich bin wütend, dass die Bundesregierung unsere Zukunft verspielt.“ Die 14-jährige Hannah von einem Gymnasium aus Berlin-Friedrichshain findet Umwelt wichtiger als Schule. „Es bringt ja nichts, für eine Zukunft zu lernen, die es nicht gibt.“ David aus Bielefeld ist als Einziger aus seiner Klasse nach Berlin gefahren. „Kohle muss komplett abgeschafft werden“, meint er entschieden. Öffentliche Verkehrsmittel sollten kostenlos werden.

Kurz vor Beginn der Demo überbringt eine Schüler-Delegation Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ihre Forderung nach einem schnellstmöglichen Kohleausstieg. Danach zeigt sich eine Sprecherin enttäuscht: „Wir haben nicht das Gefühl, dass er verstanden hat, worum es eigentlich geht.“

16-Jährige liest Spitzenpolitikern die Leviten

Dass Schüler sich einmischen, mitreden wollen und dafür auf die Straße gehen, hat auch mit der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg zu tun. Die 16-Jährige protestiert - statt zur Schule zu gehen - seit Monaten immer freitags gegen den Klimawandel unter dem Motto „Schulstreik fürs Klima“ vor dem Reichstag in Stockholm.

Am Freitag liest die Schülerin beim Weltwirtschaftsforum in Davos Top-Managern und Spitzenpolitikern die Leviten. „Ich will, dass ihr handelt, als wenn euer Haus brennt, denn das tut es“, appelliert die Schwedin. „Die Klimakrise zu lösen, ist die größte und komplexeste Herausforderung, der die Menschheit je gegenüberstand.“ Nach Davos ist die Schülerin mit dem Zug gefahren - weil Flugzeuge viel Kohlendioxid (CO2) ausstoßen und damit klimaschädlich sind.

Greta Thunbergs Aktionen finden international Beachtung

Schon die bisherigen Aktionen der schwedischen Aktivistin haben international Beachtung gefunden und auch anderswo Neues angestoßen. Vor einer Woche hatten bereits in mehr als 50 deutschen Städten Tausende Schüler und Studenten nach Thunbergs Vorbild für mehr Klimaschutz demonstriert.

David aus Bielefeld rechnet damit, dass er nach seiner Teilnahme an der Berliner Demonstration am Freitag wahrscheinlich eine 6 fürs Fehlen kassiert. „Das nehm ich in Kauf.“

Die Schüler-Proteste schlagen auch auf Twitter unter dem Hashtag #FridaysforFuture Wellen. Hier sehen Sie Reaktionen aus dem Netz:

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Von RND/dpa/jw

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