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Deutschland/Welt „Ob Kramp-Karrenbauer das Vertrauen der Truppe gewinnt, hängt von ihren Taten ab“
Nachrichten Politik Deutschland/Welt „Ob Kramp-Karrenbauer das Vertrauen der Truppe gewinnt, hängt von ihren Taten ab“
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09:11 22.07.2019
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer steht neben Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Gelöbnis im Bendlerblock in Berlin. Quelle: Michael Kappeler/dpa
Berlin

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer weiß, dass ihr Wechsel an die Spitze des Ressorts vielerorts Kopfschütteln ausgelöst hat. Und sie weiß, dass sie angesichts dieser Bedenken schnell liefern muss. Am Wochenende schlug sie erste Pflöcke ein.

In einem langen Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ gibt sie Einblick in ihre Vorstellungen, was die Bundeswehr angeht, und in ihr Amtsverständnis – und fordert mehr Geld für die Bundeswehr. Das wiederum löst Unmut beim Koalitionspartner SPD aus, der den Vorstoß der CDU-Chefin abschmettert. Auch die Grünen sagen, dass mehr Geld nicht die Probleme der Bundeswehr löst.

Die Probleme, vor denen Kramp-Karrenbauer mit ihrer neuen Aufgabe steht, sind von den Tageszeitungen reichlich kommentiert worden – ebenso wie ihre Forderung nach mehr Geld. Ein Überblick.

Frankfurter Allgemeine Zeitung: AKK verdient bei ihrem Bemühen Unterstützung

„Ob Kramp-Karrenbauer das Vertrauen der Truppe gewinnt, hängt von ihren Taten ab. Der Union stehen schwere Wahlkämpfe in drei östlichen Ländern bevor, die großen Einsatz verlangen, auch von der Parteiführung. Zur selben Zeit will sich die Politikerin in die vielen Sachgebiete ihres Ministeriums einarbeiten und die Bundeswehr in der Heimat aber auch an ihren fernen Einsatzorten besser kennenlernen. Weiterhin sind Milliarden-Entscheidungen bei Rüstung und Ausrüstung zu treffen. Man weiß nicht, ob das alles überhaupt zu schaffen ist, bevor die Koalition zerfällt und Neuwahlfieber ausbricht. Kramp-Karrenbauer hat versprochen, es ernsthaft zu versuchen. Bei diesem Bemühen verdient sie Unterstützung, auch und vor allem aus der Bundeswehr selbst. Im eigenen Interesse und zum Wohle des Landes.“

Westfälische Nachrichten: Weitere Patzer wären Wasser auf die Mühlen ihrer Rivalen

„AKKs Ansprache zum Rekruten-Gelöbnis strahlte die gewünschte Souveränität einer Verteidigungsministerin aus; ganz im Gegensatz zum Interview-Geschwurbel der vergangenen Woche, als sie ihr plötzliches Kabinetts-Ja entgegen anderslautenden Beteuerungen zu verteidigen versuchte. Ziemlich wohlfeil allerdings die Forderung nach zusätzlichen Milliarden schon wenige Tage nach der Vereidigung – geschenkt. Die Truppe und Herr Trump haben’s sicherlich gern gehört. Ob AKK nun in der Doppelbelastung Ministerin/Parteichefin die versprochene Wiederbelebung der CDU noch gelingt? Für ihre Karriere setzt sie alles auf eine Karte; weitere Pannen und Patzer im Konrad-Adenauer-Haus wären neues Wasser auf die Mühlen ihrer Rivalen.“

Rhein-Neckar-Zeitung: „: AKK hat einem Schleudersitz erobert“

„Vielleicht ist Annette Kramp-Karrenbauer jetzt dort angekommen, wo sie hingehört: An einem sperrigen Ort. Mit mehr Verteidigungsausgaben macht sich niemand Freunde (außer bei der Truppe). Mit Bündnisschwüren gegenüber der Nato auch nicht. Und ein falsches Wort gegenüber den eigenen Leuten – das sind ab jetzt immerhin über 180.000 Soldatinnen und Soldaten – findet sofort in die Öffentlichkeit. Kurzum: AKK hat einem Schleudersitz erobert. Wer es aber schafft, dass der Auslöser nicht betätigt wird, kann es ganz nach oben schaffen (Helmut Schmidt, Ursula von der Leyen) – die Mission Kanzleramt ist also möglich.“

Emder Zeitung: „Die Ansätze von der Leyens gilt es weiter zu verfolgen“

„Nachdem Ursula von der Leyen erfolgreich nach Brüssel weggelobt wurde, übernimmt Kramp-Karrenbauer nun ein Ministerium, das über Jahrzehnte kaputtgespart wurde. Die Ansätze von der Leyens gilt es weiter zu verfolgen. Will AKK aber bei den Wahlen 2021 tatsächlich als Kanzlerkandidatin antreten, muss sie fortan mit äußerster Bedachtsamkeit ihre Doppelfunktion ausführen. So schnell, wie sie gekommen ist, könnte sie auch wieder verschwinden. Denn Merkel hat in ihrer Amtszeit schon vielen Politikern ihr Vertrauen ausgesprochen, von denen man heute nichts mehr hört.“

Heilbronner Stimme: Deutschland muss in eine moderne, einsatzbereite Armee investieren

„Die Welt ist unübersichtlicher, unberechenbarer und unsicherer geworden. Deutschland hat sich zu lange darauf verlassen, dass die Amerikaner unsere Sicherheit garantieren. Das kann sich das Land nicht mehr länger leisten und muss deshalb in eine moderne, einsatzbereite Armee investieren.“

Reutlinger General-Anzeiger: Gewinnt AKK das verloren gegangene Vertrauen der Truppe zurück?

„Ob Kramp-Karrenbauer tatsächlich das verloren gegangene Vertrauen der Truppe zurückgewinnt, hängt entscheidend davon ab, ob sie ihren hehren Worten auch Taten folgen lässt. Die Soldaten werden etwa argwöhnisch verfolgen, ob sich ’ihre’ Ministerin bei den Etatverhandlungen für eine bessere Ausstattung der Bundeswehr einsetzt. Sollte dieser Eindruck nicht entstehen, wird schnell der Vorwurf wieder laut, sie nutze das Verteidigungsministerium nur als Sprungbrett ins Kanzleramt.“

Badische Neueste Nachrichten: Erneuerung der Partei, eben noch ganz wichtig, wird zur Nebensache

„Auch wenn Kramp-Karrenbauer es vehement bestreitet, die Arbeit an der Spitze der CDU rückt damit zwangsläufig in den Hintergrund, der Schreibtisch der Partei-Chefin im Adenauer-Haus bleibt, wie schon unter Merkel, meistens unbesetzt. Die Erneuerung und Neuaufstellung, eben noch ganz wichtig, wird zur Nebensache und an den jungen und unerfahrenen Generalsekretär Paul Zimiak delegiert, der bislang allerdings noch nicht durch große programmatische Entwürfe aufgefallen ist. Eine Partei aber, der es nur darum geht, an der Macht zu bleiben, kann irgendwann einmal nicht mehr glaubhaft begründen, wozu sie diese Macht überhaupt haben will.“

Lesen Sie auch den Kommentar: Kramp-Karrenbauer geht als Verteidigungsministerin ein erhebliches Risiko ein

Von RND/dpa/das

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