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Deutschland/Welt Presse zu Kramp-Karrenbauer: “Wie beim Poker setzt sie jetzt alles auf eine Karte”
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Presse zu Kramp-Karrenbauer: “Wie beim Poker setzt sie jetzt alles auf eine Karte”
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10:26 17.07.2019
Annegret Kramp-Karrenbauer im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. Quelle: Michael Kappeler
Berlin

Saarländische Ministerpräsidentin, CDU-Chefin - und nun also Verteidigungsministerin. Annegret Kramp-Karrenbauer, die politische Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel, tritt damit eines der wohl schwierigsten Ämter in der deutschen Politik an. Und wird damit die Nachfolgerin von Ursula von der Leyen, die gerade zur neuen EU-Kommissionschefin gekürt wurde. Für Kramp-Karrenbauer ist das Amt eine Chance, sicherheitspolitisch Profil zu gewinnen.

Tagesspiegel: Wenn AKK das schafft, dann schafft sie alles

“Man könnte ja meinen, dass der CDU-Vorsitz allein gerade völlig auslastet. Aber nein, eine Gute hält’s aus, werden sich die beiden Frauen gesagt haben. Und wenn AKK das schafft, dieses Amt mit all seinen Herausforderungen (um es vorsichtig auszudrücken), dann schafft sie alles. Will sagen: Kanzlerin auch. Die Chancen stehen so schlecht nicht. Kramp-Karrenbauer hat im Saarland beinahe jedes Ministeramt innegehabt, war nur nicht Verteidigungsministerin, weil es das da ja nicht gibt, dafür aber Regierungschefin. Kurz: Administrieren kann sie, regieren auch. Was bedeutet, dem Primat der Politik Geltung zu verschaffen."

Welt.de: Es ist wohl angemessen zu unterstellen, dass AKK nicht ahnungslos war

“Wusste Kramp-Karrenbauer, was auf sie zukommen würde? Es ist wohl angemessen zu unterstellen, dass sie nicht ahnungslos war. Der Ablauf der Operation von der Leyen, der Bericht in der Pariser Zeitung ‘Le Monde’ über eine längerfristige Einfädelung der Personalie zwischen Macron und Merkel, auch versteckte Andeutungen aus CSU-Kreisen über geringe Chancen Manfred Webers schon vor Beginn der heißen Phase des Europawahlkampfs — das alles lässt den Gedanken keimen, dass Ursula von der Leyens Kandidatur und Kramp-Karrenbauers neue, zweite Aufgabe keineswegs völlig improvisiert vom Himmel gefallen sind.”

Spiegel Online: Chance, sich zu profilieren

“Und jetzt Verteidigung? Nicht nur, dass Kramp-Karrenbauer bisher nicht gerade als Truppenexpertin aufgefallen ist. Auslandseinsätze, Mängelverwaltung, Etat-Ärger, ‘Gorch Fock’-Debakel, Berateraffäre, rechte Umtriebe - das Ressort gleicht einem Minenfeld. Jederzeit kann irgendwo ein neuer Skandal aufploppen, ein Risiko für die CDU-Chefin. Aber weil das so ist, bietet das Ministerium auch die Chance, sich zu profilieren, eben da, wo es AKK noch an Profil fehlt: in der Außen- und Sicherheitspolitik. Ein Feld, auf dem man als Kanzlerin einigermaßen bewandert sein sollte.”

Sueddeutsche.de: Kramp-Karrenbauer muss Frage beantworten, warum sie doch Ministerin werden will

Kramp-Karrenbauer muss nun als Erstes die Frage beantworten, warum sie entgegen aller bisherigen Beteuerungen plötzlich doch Ministerin werden will. Die Begründung muss gut sein, sonst wird ihre Glaubwürdigkeit durch das abrupte Wendemanöver nachhaltig beschädigt. Es waren ja nicht nur gegenteilige Äußerungen noch bis in die vergangenen Tage hinein - während ihrer ganzen Kampagne auf dem Weg in den Parteivorsitz hatte sich Kramp-Karrenbauer der Erneuerung der Partei jenseits des Regierungshandelns verschrieben. Dass diese Erneuerung nach einem halben Jahr bereits abgeschlossen wäre, kann man schwerlich behaupten. Das Einzige, was Kramp-Karrenbauer jetzt erneuert, ist ihr persönlicher Machtanspruch. Bevor sich ein anderer auf dem bedeutenden Posten profiliert, zum Beispiel Jens Spahn, macht sie es lieber selbst.”

stern.de: AKK ist nun mittendrin statt nur dabei

“Es ist auch eine Kehrtwende, vollzogen in großer Not, weil sich die von und für AKK bislang ausgedachte Route ins Kanzleramt doch als äußert holprig erwiesen hat - nur so gespickt mit Schlaglöchern. Die zuletzt unglücklich agierende Saarländerin, die kürzlich noch ein Staatsamt für sich ausgeschlossen hatte, weil es in der Partei viel zu viel zutun gebe, bekommt mit dem Ministeramt im Berliner Bendlerblock nun eine neue Bühne gezimmert. AKK, so viel ist sicher, kann reisen und Erfahrung im Ausland sammeln, sie wird ihre Auftritte haben mit den Großen dieser Welt, vor Uniformierten, am Hindukusch und in Mali. Sie wird nun nicht mehr die Ruferin aus der Provinz sein. Sie ist mittendrin statt nur dabei.”

n-tv: Der Respekt der Truppe ist ihr keineswegs sicher

“Aber die Saarländerin geht ein hohes Risiko. Ihr fehlt die Erfahrung und manche ätzen schon hinter vorgehaltener Hand, mit dem Amt wolle man AKK endgültig erledigen. Selbst der Respekt der Truppe, die es leid ist, als Sprungbrett für Höheres missbraucht zu werden, ist ihr keineswegs sicher. Das wird ein Härtetest, für den es Mumm braucht und eins muss man sagen: Feige ist Kramp-Karrenbauer nicht. Wie beim Poker setzt sie jetzt alles auf eine Karte - “all in” im Bendlerblock, das Spiel ist eröffnet.”

Westfalen-Blatt: “Von der Leyen hat ein schweres Erbe hinterlassen”

“Dass Annegret Kramp-Karrenbauer entgegen ihrer eigenen Ankündigung nun doch in die Regierung Merkel eintritt, zeigt, wie sehr die immer noch neue CDU-Chefin bereits unter Druck steht. Offenkundig reicht ihr der Parteivorsitz allein nicht, um das Projekt Kanzleramt in die gewünschte Bahn zu lenken. Doch Ursula von der Leyen hat ein schweres Erbe hinterlassen: Die Bundeswehr ist im schlechten Zustand, die Moral der Truppe angeknackst. Da kann der Posten als Verteidigungsministerin schnell zum Schleudersitz werden. Noch dazu unterwirft sich Kramp-Karrenbauer fortan der Kabinettsdisziplin. Auch das ist ein Risiko. Und ob das am Ende belohnt wird, ist völlig offen.”

RND/dpa/das

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