Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Preisbremse für Arzneien beschlossen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Preisbremse für Arzneien beschlossen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:30 26.03.2010
Von Gabi Stief
Pharmafirmen müssen mittelfristig mit den gesetzlichen Krankenkassen über die Höhe der Kostenerstattung bei innovativen Medikamenten verhandeln.
Pharmafirmen müssen mittelfristig mit den gesetzlichen Krankenkassen über die Höhe der Kostenerstattung bei innovativen Medikamenten verhandeln. Quelle: dpa
Anzeige

„Erstmals werden die Pharmahersteller die Preise für neue Arzneimittel nicht mehr einseitig bestimmen können“, sagte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) am Freitag in Berlin. Die Reformpläne sehen unter anderem einen sofortigen Preisstopp vor.

Mittelfristig müssen Pharmafirmen mit den gesetzlichen Krankenkassen über die Höhe der Kostenerstattung bei innovativen Medikamenten verhandeln. Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn sprach von einer „historischen, fast schon revolutionären Entscheidung“.

Zunächst soll ein Preisstopp bis Ende 2013 für einen Großteil der Arzneimittel verhängt werden. Damit nicht noch schnell die Preise angehoben werden, gilt das Preisniveau von August 2009. Der Preisabschlag, den die Hersteller den Kassen auf Medikamente ohne Festbetrag gewähren müssen, wird von sechs auf 16 Prozent erhöht. Die Koalition verspricht sich von den kurzfristigen Maßnahmen 2011 Einsparungen von 1,45 Milliarden Euro. Das Sparpaket soll nach Röslers Vorstellungen spätestens zum Jahreswechsel in Kraft treten.

Von den mittelfristigen Neuerungen im Bereich der innovativen Medikamente, die seit Jahren die Arzneimittelausgaben der Kassen in die Höhe treiben, erhofft sich Rösler Einsparungen von jährlich rund 1,8 Milliarden Euro. Im Detail sehen die Pläne vor, dass ein Unternehmen den Preis seines neuen Präparats nur noch im ersten Jahr der Markteinführung selbst bestimmen kann. Allerdings muss der Hersteller eine Studie vorlegen, die den zusätzlichen Nutzen im Vergleich zu herkömmlichen Medikamenten belegt. Auf der Grundlage dieses „Dossiers“ soll der Gemeinsame Bundesausschuss der Kassen, Ärzte und Krankenhäuser entscheiden, ob das Medikament tatsächlich neu ist.

Im Eckpunktepapier findet sich auch ein Vorhaben, das Patienten direkt betrifft: Sie sollen ihr gewohntes Medikament, das ihnen nicht mehr erstattet wird, weil ihre Kasse mit einem anderen Hersteller einen Vertrag abgeschlossen hat, wieder in der Apotheke bekommen – gegen Zahlung des Differenzbetrags.

26.03.2010
Michael Grüter 26.03.2010
26.03.2010