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Deutschland/Welt Präsident lehnt Waffenruhe mit Tamilenrebellen ab
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Präsident lehnt Waffenruhe mit Tamilenrebellen ab
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18:38 30.04.2009
Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse bleibt hart im Kampf gegen die Rebellen. Quelle: AFP
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Die Kindernothilfe warnte davor, dass Kinder auf der Flucht aus dem Kampfgebiet von ihren Eltern getrennt und in den Flüchtlingslagern sexuell ausgebeutet und missbraucht werden könnten.

Die Regierung habe nicht vor, einen Waffenstillstand mit den Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) auszuhandeln, sagte Präsident Rajapakse im Fernsehen. „Ihnen bleibt nur noch wenig Zeit, um ihre Waffen niederzulegen.“ Am Vortag hatten sich die Außenminister Frankreichs und Großbritanniens, Bernard Kouchner und David Miliband, in Colombo vergeblich um eine „humanitäre Feuerpause“ bemüht. Miliband erklärte, dass mit der international geforderten Waffenruhe Zivilisten aus dem Kampfgebiet gerettet werden sollten und keine tamilischen Kämpfer oder gar der Chef der LTTE, Velupillai Prabhakaran.

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Die Regierungstruppen rücken im Norden Sri Lankas seit Wochen gegen die Rebellen vor und haben sie auf einen schmalen Küstenstreifen zurückgedrängt. Dort sind nach UN-Schätzungen noch 50.000 Zivilisten eingeschlossen, deren Leben durch die Kämpfe und fehlende Nahrungsmittel bedroht ist.

„Die Situation in den Camps ist verheerend,“ erklärte der Auslandsvorstand der Kindernothilfe, Dietmar Roller. „Die meisten Flüchtlinge tragen nur noch Fetzen Stoff am Leib und sind Sonne, Regen und Wind ohne Schutz ausgesetzt.“ Dringend benötigt werde vor allem spezielle Kindernahrung, um Unterernährung zu bekämpfen. Die Kindernothilfe forderte zudem ungehinderten Zugang zu allen Flüchtlingslagern sowie eine Registrierung und Begleitung von Minderjährigen.

Eltern und Kinder würden auf der Flucht und in den Lagern häufig getrennt, teilte die Hilfsorganisation mit. Auf die Gefahr habe kürzlich auch das UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) auf einem Koordinationstreffen aller Hilfsorganisationen hingewiesen. „Wir haben von Müttern gehört, die völlig verzweifelt sind“, erklärte Roller. „Sie wissen, dass ihre minderjährige Tochter nur 300 Meter entfernt in einem anderen Lagerabschnitt alleine ausharren muss.“ Allein seien die Jungen und Mädchen in den Lagern einem hohen Risiko sexueller Ausbeutung und anderem Missbrauch ausgesetzt.

afp