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Deutschland/Welt Porsche-Mitarbeiter wollen für Wiedeking protestieren
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Porsche-Mitarbeiter wollen für Wiedeking protestieren
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15:08 18.07.2009
Wendelin Wedeking übernahm seinen Posten bei Porsche 1992 – lange galt er als Retter, nun sieht es aus, als würde er seine Position verlieren.
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München/Hamburg. Der Porsche-Betriebsrat und die Stuttgarter IG Metall bereiteten massive Protestaktionen vor, berichtete der „Focus“ am Samstag vorab. Unterdessen mehren sich auch die Berichte, dass VW sich mit dem Ziel durchsetzen könnte, Porsche zu übernehmen.

Sollte der Sportwagenbauer seinen Chef und seine Eigenständigkeit verlieren, wollen die Beschäftigten laut „Focus“ die Werke in Zuffenhausen und Weissach besetzen. Niemand solle die Fabrikgelände betreten oder verlassen können. Sogar unbefristete Streiks seien vorgesehen. Die Produktion soll demnach solange ruhen, bis die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch auf die Forderungen der Belegschaft eingehen.

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Teile des Volkswagen-Aufsichtsrats wollen Wiedeking derweil laut „Focus“ am Donnerstag aus dem Präsidium des Kontrollgremiums drängen. Die Mehrheit gegen Wiedeking in dem sechsköpfigen Gremium steht demnach bereits fest: VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), VW-Betriebsratchef Bernd Osterloh, sein Stellvertreter Bernd Wehlauer sowie Ex-IG-Metall-Chef Jürgen Peters wollen laut „Focus“ für Wiedekings Entlassung stimmen. Das Magazin zitierte einen VW-Aufsichtsrat mit den Worten: „Wiedeking kann sich jetzt überlegen, ob er freiwillig geht oder ob wir ihn unsanft entfernen.“

Die Spekulationen über ein Abtreten Wiedekings von der Porsche-Spitze halten seit mehreren Tagen an. Das Unternehmen und Wiedeking selbst haben sie bislang aber immer dementiert. Nach Berichten von „Spiegel“ und „Wirtschaftswoche“ haben sich die Porsche-Eigentümer auch schon auf Produktionsvorstand Michael Macht als Nachfolger geeinigt. Laut einem Zeitungsbericht könnte Wiedeking bei einer vorzeitigen Auflösung seines Vertrags nach einer Schätzung von Insidern eine Abfindung von mehr als 100 Millionen Euro bekommen.

Zu einer möglichen Übernahme von Porsche durch VW sagte Regierungschef Wulff der „Wirtschaftswoche“, „eine Grundsatzvereinbarung für einen integrierten Automobilkonzern“ sollte am Donnerstag in den Aufsichtsräten von VW und Porsche „eine breite Mehrheit bekommen. Damit werde Porsche dann als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert.

Der Wüstenstaat Katar, von dem sich die Porsche-Eigner aufgrund ihrer hohen Schulden frisches Kapital erhoffen, könne auf diesem Wege zu einem wichtigen Minderheitsaktionär bei VW aufsteigen. Der „Spiegel“ berichtete am Samstag vorab, VW wolle in einem ersten Schritt 49,9 Prozent von Porsche kaufen, später dann die restlichen Anteile übernehmen. Wiedeking will die Krise in seinem Unternehmen mit Hilfe einer Beteiligung Katars hingegen alleine lösen.

Die Aufsichtsräte von Porsche und Volkswagen kommen am Donnerstag in Stuttgart zusammen - laut „Süddeutscher Zeitung“ um 12.00 Uhr zunächst das Volkswagen-Aufsichtsratsgremium, um 16.00 Uhr dann das von Porsche. Dort soll über die Zukunft der beiden Autobauer entschieden werden. afp