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Deutschland/Welt Plutonium-Menge in Asse: Wenzel spricht von „Skandal“
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Plutonium-Menge in Asse: Wenzel spricht von „Skandal“
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09:20 31.08.2009
Quelle: Nancy Heusel (Archiv)
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„Das ist ein unglaublicher Vorgang und eigentlich kaum zu glauben“, sagte Wenzel am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hannover. „Es ist aber zu vermuten, dass wir noch weitere Überraschungen erleben, weil auch die Begründung für diese neuen Zahlen widersprüchlich ist.“

In der Asse lagern nach neuen Zahlen rund 28 Kilogramm Plutonium, nicht wie bislang offiziell angegeben 9,6 Kilogramm. Der frühere Asse-Betreiber, das Helmholtz Zentrum, hatte von einem “Übertragungsfehler“ gesprochen.

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Wenzel sagte, er halte aufgrund der bislang bekannten Widersprüche sogar bis zu 84 Kilogramm Plutonium in der Asse für möglich. Zur Klärung müssten die Unterlagen der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe, des Kernforschungszentrums Jülich und der Europäischen Atomgemeinschaft Euratom geprüft werden. „Das ist eine sehr ernste Angelegenheit, weil Kernbrennstoff auch für terroristische Zwecke Bedeutung haben kann.“

Der Grünen-Politiker sagte, die nun bekanntgewordene Differenz von 18 Kilogramm reiche aus, um drei Atombomben zu bauen. „Das kann man eigentlich nicht als Übertragungsfehler deklarieren.“ Er bekräftigte, dass Geologen bereits früh darauf verwiesen hätten, dass die Asse nicht als Atommülllager geeignet sei.

Der Grünen-Politiker äußerte auch Kritik an Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP). „Das Ministerium hätte wissen müssen, dass es in der Asse 28 Kilogramm Plutonium gibt. Wenn nicht, ist in massiver Form geschlampt worden.“

Wenzel betonte zudem die Bedeutung des Asse-Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtages. Die Widersprüche bei der Plutoniummenge seien dort bereits hinterfragt worden. „Wichtig ist insbesondere die Frage, welche Stoffe in welchen Mengen tatsächlich in der Asse lagern. Nur dann kann man über die Schließungskonzepte sprechen.“

lni