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Deutschland/Welt Papst Benedikt fordert Weltautorität
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Papst Benedikt fordert Weltautorität
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16:20 07.07.2009
Papst Benedikt XVI. Quelle: afp
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In seiner am Dienstag im Vatikan veröffentlichten ersten Sozialenzyklika nennt das katholische Kirchenoberhaupt eine solche Autorität „dringend nötig“, um die Weltwirtschaft zu steuern, die von der Krise betroffenen Wirtschaften zu sanieren und einer Verschlimmerung der Krise vorzubeugen. Außerdem habe nur solch eine Weltautorität die Kraft, „eine geeignete vollständige Abrüstung zu verwirklichen, die Sicherheit und den Frieden zu nähren, den Umweltschutz zu gewährleisten und die Migrationsströme zu regulieren“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Papst Benedikt greift mit der Forderung nach einer Weltautorität eine Idee seines Vorgängers Johannes Paul II auf. Diese Autorität müsse „von allen anerkannt sein, über wirksame Macht verfügen, um für jeden Sicherheit, Wahrung der Gerechtigkeit und Achtung der Rechte zu gewährleisten“, schreibt Benedikt. Ausdrücklich nennt er die vorgeschlagene Weltautorität dabei eine neu zu schaffende, innovative Form, die nichts mit den Vereinten Nationen zu tun hat. Für diese mahnt der Heilige Vater ebenso wie für die internationalen Wirtschafts- und Finanzmärkte eine dringende Reform an.

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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, bezeichnete die Enzyklika als „entscheidenden Beitrag“ zur Globalisierungsdebatte. „Nicht zuletzt der Zeitpunkt der Veröffentlichung, einen Tag vor Beginn des G8-Gipfels in LÒAquila, macht die Dringlichkeit des Anliegens deutlich“, erklärte Zollitsch. Der Papst ermutige alle Menschen guten Willens, sich als Gestalter, nicht als Opfer derzeitiger Entwicklungen zu sehen. Außerdem sei die Enzyklika ein bedeutender Schritt in der Fortschreibung der katholischen Soziallehre.

Das insgesamt dritte Lehrschreiben Benedikts seit dem Beginn seines Pontifikats 2005 trägt den Namen „Caritas in veritate“ („Die Liebe in der Wahrheit“). Es soll die katholische Soziallehre fortschreiben und lehnt sich an die Sozialenzyklika von Papst Paul VI. aus dem Jahr 1967 an.

afp

Weitere Informationen

Die Sozialenzyklika des Papstes im Wortlaut (externer Link)