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Deutschland/Welt Nigerias Staatspräsident Yar’Adua gestorben
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Nigerias Staatspräsident Yar’Adua gestorben
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12:04 06.05.2010
Gestorben: Der nigerianische Präsident Umaru Yar’Adua. Quelle: dpa
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Umaru Yar’Adua starb am späten Mittwochabend in der Präsidentenvilla in der Hauptstadt Abuja. Die staatlichen Rundfunksender unterbrachen ihre Programme, um die Nachricht vom Tod des Präsidenten bekanntzugeben.

Vizepräsident Goodluck Jonathan wurde noch am gleichen Tag vom Parlament als neuer Staatschef vereidigt. Er rief eine siebentägige Staatstrauer aus. Yar’Adua sollte noch am Donnerstag in seinem Heimatstaat Katsina nach muslimischer Tradition beerdigt werden. Der 1951 geborene Yar’Adua war seit 2007 Präsident des bevölkerungsreichsten Staates Afrikas.
Jonathan habe die Nachricht mit Trauer und Bestürzung aufgenommen, sagte ein Sprecher. „Nigeria hat einen Kronjuwel verloren, und sogar der Himmel trauert in dieser Nacht mit unserer Nation“, sagte der neue Staatschef laut Mitteilung.

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US-Präsident Barack Obama sprach Yar’Aduas Familie und dem nigerianischen Volk sein Beileid aus. Der nigerianische Staatschef habe Frieden und Stabilität in Afrika gefördert, hob Obama in einer Mitteilung des Weißen Hauses hervor. Stets habe er deutliche Kritik an undemokratischen Vorgängen geübt. Diese Arbeit müsse fortgesetzt werden.

Yar’Adua hatte sich bereits im November des vergangenen Jahres wegen seiner Krankheit aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Goodluck Jonathan übernahm im Februar dieses Jahres zunächst vorübergehend die politischen Geschäfte. Während Yar’Adua ein Muslim aus dem Norden Nigerias war, ist Jonathan ein Christ aus dem Süden des Landes. Die nächsten regulären Wahlen stehen Anfang 2011 an.

Yar’Adua, zuvor Gouverneur von Katsina, wurde im April 2007 mit 70 Prozent der abgegebenen Stimmen zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt. Es war der erste friedliche Machtwechsel in dem westafrikanischen Land. Seine politischen Ziele waren, die Korruption zu bekämpfen und die Konflikte im Niger-Delta sowie zwischen dem islamischen Norden und dem christlich geprägten Süden des Landes beizulegen. Die fortschreitende Krankheit verhinderte jedoch umfassende Erfolge.

Seine Amtszeit war dominiert von Spekulationen über seinen Krankheitszustand. Der Staatschef war im November zur Behandlung einer Herzbeutelentzündung nach Saudi-Arabien gebracht worden und im Februar heimlich nach Nigeria zurückgekehrt. Auch in den Jahren zuvor war er für zahlreiche medizinische Behandlungen nach Deutschland und Saudi-Arabien geflogen. Yar’Adua soll seit etwa zehn Jahren zusätzlich an einer chronischen Nierenkrankheit gelitten haben. Er war zweimal verheiratet und hinterlässt neun Kinder.

dpa