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Deutschland/Welt Neues Drama vor Lampedusa: Italienisches Schiff mit 54 Geflüchteten an Bord darf nicht anlegen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Neues Drama vor Lampedusa: Italienisches Schiff mit 54 Geflüchteten an Bord darf nicht anlegen
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11:28 05.07.2019
In überfüllten Schlauchboten versuchen Geflüchtete von Libyen aus Italien zu erreichen. Viele von ihnen ertrinken im Mittelmeer. Quelle: imago/ZUMA Press
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Mailand

Nach dem Kräftemessen um die Sea-Watch 3 liegt nun ein italienisches Rettungsschiff mit 54 Migranten an Bord vor Lampedusa. Die italienische NGO Mediterranea Saving Humans hatte die Schiffsbrüchigen vor Lybien aufgenommen. Italienische Behörden untersagten dem Schiff nun per Ministererlass, in einem Hafen des Landes anzulegen.

Mediterranea Saving Humans twitterte am Freitag, dass sich die Crew noch immer in internationalen Gewässern befinde. Sie will das Verbot aber nicht gelten lassen – immerhin fahre das Schiff selbst unter italienischer Flagge.

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An Bord sind laut Angaben der Hilfsorganisation auch vier Kinder und mehrere Frauen, darunter drei Schwangere. Es sei erst zehn Uhr morgens, dennoch stehe die Sonne schon auf ihrem Höhepunkt, twittert die NGO. Trotz ärztlicher Betreuung seien viele der Geflüchteten krank. „Unter diesen Bedingungen können wir nicht nach Malta navigieren“.

Malta hat sich zur Aufnahme der Flüchtlinge bereit erklärt, nachdem Rom zugesagt hatte, die gleiche Anzahl Migranten von dem Inselstaat aus aufzunehmen. Diese Vereinbarung wurde am Donnerstagabend von Malta bekanntgegeben.

Italiens Innenminister Matteo Salvini will dem Wunsch von Mediterranea Saving Humans, Lampedusa anzufahren, nicht entsprechen. Das Schiff solle nach Tunesien fahren, erklärte er. Vor Tunesien war es allerdings erst am Donnerstag zu einem neuen Bootsunglück gekommen. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) befürchtete Dutzende Tote. Viele Migranten starben kürzlich bei einem Luftangriff auf ein Internierungslager in Libyen.

Das Schiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch war mit Dutzenden Migranten mehr als zwei Wochen auf dem Meer verblieben, bevor die Kapitänin Carola Rackete trotz Verbots der italienischen Regierung in den Hafen von Lampedusa gefahren ist.

Von RND/ ap/ dpa/ hgw