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Deutschland/Welt Neuer Kommandant für die „Gorch Fock“
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Neuer Kommandant für die „Gorch Fock“
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18:14 24.11.2011
Die „Gorch Fock“ bekommt einen neuen Kommandanten. Kapitän zur See Helge Risch wird das Segelschulschiff der Marine Mitte nächsten Jahres übernehmen. Quelle: dpa
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Kiel

Im Zuge der Ermittlungen zum Tod einer jungen Kadettin aus Niedersachsen war Kapitän Norbert Schatz im Januar als Kommandant der „Gorch Fock“ suspendiert worden. Die junge Frau aus der Nähe von Hameln war unter ungeklärten Umständen aus der Takelage gestürzt. Danach war es zu einem Streit über die Arbeitsbedingungen und die Umgangsformen an Bord des Segelschulschiffs gekommen.

Risch selbst wollte nicht offiziell bestätigen, dass er neuer Kommandant der Bark wird. Er betonte aber, das Segelschulschiff sei für die Deutsche Marine unentbehrlich. „Die Kadetten können nirgendwo besser als auf der „Gorch Fock“ Menschenführung und Teamgeist lernen“, sagte der Kapitän zur See der dpa in Norfolk/Virginia. „Gerade in der heutigen Zeit ist ein Großsegler der ideale Ort, um modernen Menschen die Grundbegriffe beizubringen, auf die es seit Jahrhunderten in der Seefahrt ankommt.“

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Risch war vor zehn Jahren unter Kapitän John Schamong ein Jahr lang Erster Offizier auf dem Schiff. Außerdem arbeitete er im Führungsstab der Marine in Bonn und war Kommandant der Fregatte „Hamburg“. Zurzeit ist er als Attaché der deutschen Marine in den USA stationiert.

Risch sagte, die identitätsstiftende Wirkung des Großseglers sei riesig. „Auf der „Gorch Fock“ werden Menschen, die nicht mit der See vertraut sind, zu Offizieren ausgebildet. Und dort können sie lernen, dass die eigene Leistung nur so stark ist wie die Leistung des Teams“, sagte Risch. „Das sind für einen jungen Menschen Erlebnisse, die über Jahrzehnte verbinden.“

Rischs Aufgabe wird es sein, an einem neuen Ausbildungskonzept für das Segelschulschiff mitzuarbeiten. „Es gibt sicher einiges zu modernisieren. Aber die Marine hat sehr zu Recht an der „Gorch Fock“ festgehalten.“

Wegen überraschend festgestellter Korrosionsschäden am Rumpf liegt der Dreimaster voraussichtlich noch bis März in der Kieler Lindenau-Werft im Dock.

frx/dpa