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Deutschland/Welt Neue Abteilungsleiter der Bundestagsverwaltung sind ausschließlich Westdeutsche
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Neue Abteilungsleiter der Bundestagsverwaltung sind ausschließlich Westdeutsche
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06:30 01.02.2019
Wegen seiner Personalentscheidungen in der Kritik: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU). Quelle: Michael Kappeler/dpa
Berlin

Es ist erst ein dreiviertel Jahr, dass der Mangel an Ostdeutschen auf führenden Positionen der Bundestagsverwaltung ruchbar wurde. Im Mai 2018 nämlich teilte ein Sprecher derselben mit, es gebe „derzeit keine ostdeutsche Abteilungsleiterin und keinen ostdeutschen Abteilungsleiter“ in derselben. Von aktuell 14 Unterabteilungen werde lediglich eine von einem Ostdeutschen geleitet. Außerdem kamen dem Sprecher zufolge seinerzeit von insgesamt 101 Referats-, Fachbereichs- und Sekretariatsleiterinnen und -leitern nur vier aus Ostdeutschland. Insgesamt arbeiten in der Bundestagsverwaltung rund 3000 Menschen.

Präsidium entschied über drei neue Abteilungsleiterposten

Am Mittwoch hätte nun die Gelegenheit bestanden, dies zu ändern. Da entschied das Präsidium über die Besetzung von drei neuen Abteilungsleiterposten. Mit Sven Vollrath gab es einen ostdeutschen Kandidaten. Er brachte – so jedenfalls die Meinung seiner Unterstützer – alle notwendigen Voraussetzungen mit. Vollrath, 1970 geboren, hat 1996 ein Magisterstudium an der Humboldt-Universität in den Fächern Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft erfolgreich abgeschlossen, wurde 1997 Dozent für Politische Bildung bei der Friedrich-Ebert-Stiftung, 1998 Referent in der SPD-Wahlkampfzentrale, war von 1999 bis 2005 Referent bzw. Büroleiter des damaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse (SPD) und leitet seit einigen Jahren in der Bundestagsverwaltung die 70-köpfige Unterabteilung Europa.

Dennoch wurde nichts aus der Beförderung. Stattdessen wurden nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) der bisherige Büroleiter des aktuellen Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble (CDU) berufen – und zwei weitere Westdeutsche. Zur Begründung hieß es, Vollrath sei zu jung – er ist 49 – und kein Jurist. Auch eine weibliche Kandidatin kam nicht zum Zuge.

Westdeutscher Elitendominanz nicht nur in Bundestagsverwaltung

Das sorgt in Teilen der SPD für Unmut. „Mit der Entscheidung hat Wolfgang Schäuble eine Chance vertan“, sagte Frank Junge, Vorsitzender der SPD-Landesgruppe Ost, dem RND. „Statt einen Ostdeutschen und eine Frau an die Spitzen der freiwerdenden Abteilungen zu setzen, beruft er ältere Männer und befördert seinen Büroleiter.“ Wenn es möglich sei, für mehr Präsenz und Repräsentanz in den Verwaltungsspitzen als Teil der Eliten zu sorgen, seien Taten gefragt, fuhr er fort. „Sonntagsreden hören wir genug. Für einen der Architekten des Einheitsvertrages ist das besonders bedauerlich.“ Die Bundestagsverwaltung ist mit der westdeutschen Elitendominanz nicht allein. Erst kürzlich war ja bekannt geworden, dass alle Präsidenten der 25 obersten Gerichte Ostdeutschlands Westdeutsche sind.

Lesen Sie hier den Kommentar: Die West-Dominanz in den Eliten schadet der Demokratie

Während sich Vollrath als unmittelbar Betroffener nicht äußert, verweisen seine Sympathisanten auf die Tatsache, dass es mit der Repräsentanz von Ostdeutschen auf Führungsposten der Bundesministerien nicht besser aussehe. Sie sprechen von dem Gefühl der Demütigung. Hier wie dort existiere „eine gläserne Decke“ für Ostdeutsche, sagt ein mit den Dingen Vertrauter; und die sei im vorliegenden Fall noch weiter „verdickt“ worden.

Von Markus Decker/RND

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