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Deutschland/Welt Nerven-Krieg für Schlecker-Beschäftige: Dramatisches Ringen um Auffanglösung
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Nerven-Krieg für Schlecker-Beschäftige: Dramatisches Ringen um Auffanglösung
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10:52 29.03.2012
Die fetten Jahre sind vorbei: Noch ist die Zukunft der rund 11 000 Schlecker-Beschäftigrten ungewiss.
Die fetten Jahre sind vorbei: Noch ist die Zukunft der rund 11 000 Schlecker-Beschäftigrten ungewiss. Quelle: dpa
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Stuttgart/München

Die Entscheidung, ob es eine Auffanglösung für 11 000 Beschäftigte der insolventen Drogeriekette gibt, hängt nach Angaben des Stuttgarter Finanzministeriums jetzt noch davon, ob Bayern bei der angestrebten Bürgschaft finanziell mitzieht.

Wie dpa am Donnerstagmorgen aus Kreisen erfuhr, laufen die Telefone zwischen Stuttgart und München heiß. Um 8 Uhr war die Frist abgelaufen, in der Stuttgart in einem letzten Versuch doch noch eine Lösung erreichen wollte. Dem Vernehmen nach ist sich die CSU/FDP-Regierung in Bayern uneins. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) beharre darauf, dass man nur mit allen Ländern zusammen eine Auffanglösung mittragen solle. Die CSU mit Ministerpräsident Horst Seehofer und Finanzminister Markus Söder drängen demnach aber vehement auf eine Lösung, wie dpa aus Kreisen erfuhr.

Sachsen und Niedersachsen hatten erklärt, nicht mitzumachen. Am Mittwochabend hatte der zuständige Landtagsausschuss in Stuttgart nach stundenlangen Beratungen beschlossen, dass Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) 45 Millionen Euro an Bürgschaftszusagen bei anderen Ländern für eine Auffanglösung in letzter Minute einsammeln soll. Baden-Württemberg wollte 25 Millionen selbst übernehmen und für die gesamte Bürgschaft über 70 Millionen für einen Kredit der Staatsbank KfW in Vorleistung treten. Schmid wollte nach seinen Worten über Nacht 13 Länder zu Zusagen bewegen.

Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hatte Stuttgart aufgefordert, bis 8 Uhr eine Entscheidung vorzulegen, sonst müsse er die Kündigungsschreiben für die 11 000 Beschäftigten rausschicken. (dpa)