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Deutschland/Welt Nach Lafontaine-Rückzug: SPD-Linke sieht mehr Chancen für Linksbündnis im Bund
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Nach Lafontaine-Rückzug: SPD-Linke sieht mehr Chancen für Linksbündnis im Bund
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10:02 24.01.2010
Am Sonnabend gab Oskar Lafontaine den Bundesvorsitz und sein Bundestagmandat auf. Auf einem Parteitag Mitte Mai in Rostock wird nicht wieder als Vorsitzender kandidieren.
Am Sonnabend gab Oskar Lafontaine den Bundesvorsitz und sein Bundestagmandat auf. Auf einem Parteitag Mitte Mai in Rostock wird nicht wieder als Vorsitzender kandidieren. Quelle: ap
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Der stellvertretende Sprecher der SPD-Linken, Niels Annen, sagte der Online-Ausgabe des „Handelsblatts“: „Viele Politiker innerhalb der Linkspartei sind schon heute verlässliche Partner für Sozialdemokraten in den Ländern und wichtige Ansprechpartner im Bund“. „Ob es in den nächsten Jahren eine Chance auf eine rot-rote Mehrheit geben kann, wird die Partei die Linke nun zu entscheiden haben.“

Den Rückzug Lafontaines wertete Annen als tiefen Einschnitt für die Linke. „In Zukunft wird es der Partei schwerer fallen, die tiefen Gegensätze zwischen den Reformern und den Dogmatikern zu überspielen.“ Mit Blick auf den Streit um Linke-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch sagte er: „Der skandalöse Umgang mit Dietmar Bartsch hat gezeigt, wie tief die Gräben innerhalb der Linken sind.“ Führende SPD-Politiker hatten ein rot-rotes Bündnis auf Bundesebene bislang unter anderem wegen Lafontaine ausgeschlossen. Dieser hat nun seinen Verzicht auf den Parteivorsitz und auf sein Bundestagsmandat angekündigt.

Unterdessen fordert eine Gruppe jüngerer Bundestagsabgeordneter der SPD, Linkspartei und Grünen ihre Parteien auf, ab sofort auf eine rot-rot-grüne Mehrheit im Bund hinzuarbeiten. „Wir wissen, dass ein rot-rot-grünes Bündnis mehr unter Druck stehen würde als jede andere Konstellation. Deshalb wollen wir die Debatte jetzt beginnen“, heißt es in dem Aufruf „Das Leben ist bunter“, den die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ veröffentlichte. Man müsse nun klären, „wie es zu gesellschaftlichen und perspektivisch auch zu parlamentarischen Mehrheiten jenseits von CDU/CSU und FDP kommen kann“.

dpa