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Deutschland/Welt Missbrauchsbeauftragte legt Zwischenbilanz vor: Mehr als 1000 Meldungen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Missbrauchsbeauftragte legt Zwischenbilanz vor: Mehr als 1000 Meldungen
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11:50 15.06.2010

Mehr als 1000 Anrufe und Briefe von Betroffenen sind bislang bei der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Christine Bergmann, eingegangen. In zwei Dritteln der Fälle sei von einem Missbrauch in Institutionen berichtet worden, davon zur Hälfte in kirchlichen Einrichtungen, teilte die Missbrauchsbeauftragte am Dienstag in Berlin mit.

Nach den vielen bekanntgewordenen Missbrauchsfällen hatte die Bundesregierung eine Missbrauchsbeauftragte und einen Runden Tisch eingerichtet. Bergmann nahm ihre Arbeit im April auf. Seit Ende Mai können sich Opfer telefonisch unter der Nummer (0800) 22 55 530 an die frühere SPD-Familienministerin Bergmann und ihre Mitarbeiter wenden.

Die Betroffenen forderten eine „schonungslose Benennung“ der Täter und der Taten sowie eine Anerkennung des Unrechts, erklärte die Missbrauchsbeauftragte in einer Mitteilung. Anliegen und Botschaften der Opfer sollen in Empfehlungen für den Runden Tisch einfließen, der Vorschläge für Hilfen für die Opfer erarbeiten soll.

Die Teilnehmer des Runden Tisches kommen aus Politik, Kirche und Verbänden. Es gibt drei Unter-Arbeitsgruppen zu den Themen Justiz, Prävention sowie Forschung und Lehre.

Ein Sprecher der Missbrauchsbeauftragten sagte, pro Tag gingen zwischen 30 und 150 Anrufe ein. Das Durchschnittsalter der Anrufer liege bei etwa 50 Jahren. „Bislang melden sich ebenso viele Frauen wie Männer.“ Darunter seien auch Täter, die in ihrer Kindheit selbst Opfer sexuellen Missbrauchs gewesen seien.

Jungen seien häufiger in kirchlichen Einrichtungen missbraucht worden. Dagegen seien in therapeutischen Einrichtungen häufiger Mädchen von sexuellen Übergriffen betroffen. „Etwa ein Drittel der Betroffenen berichten von sexuellem Missbrauch im familiären Umfeld oder im sozialen Nahbereich“, hieß es. Mehr als 60 Prozent der Anrufer hätten sich noch nie jemandem anvertraut.

dpa

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