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Deutschland/Welt Ministerium warnt vor Giftbelastung in türkischen Birnen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Ministerium warnt vor Giftbelastung in türkischen Birnen
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22:27 19.10.2009
Kontrolleure loben Heimisches vom Baum – und geben nach Prüfung türkischer Früchte Pestizid-Alarm.
Kontrolleure loben Heimisches vom Baum – und geben nach Prüfung türkischer Früchte Pestizid-Alarm. Quelle: Frank Wilde
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In allen acht untersuchten Proben stießen die Behörden auf erheblich über dem Grenzwert von 0,01 Milligramm pro Kilogramm liegende Rückstände – „teilweise lag der Wert um das 1500-fache höher als der zulässige Grenzwert“, sagt Isabel Kling, Sprecherin des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums. Bei hohem Konsum könnten gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Schläfrigkeit, Sprachstörungen oder niedriger Blutdruck nicht ausgeschlossen werden. Das Ministerium hat die Birnen bundesweit aus dem Handel nehmen lassen.

Klare Ansage der Kontrolleure: Wer bei Obst und Gemüse sichergehen will, sollte heimische Produkte kaufen, am besten aus biologischem Anbau. „In keiner einzigen in Deutschland angebauten Birne haben wir Rückstände gefunden“, sagt Kling. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) konnte gestern bei der Vorstellung seines Untersuchungsberichts für das Jahr 2008 die Qualität von Obst, Gemüse und Kartoffeln aus inländischer Bioproduktion bestätigen: In den 350 in Deutschland genommenen Proben seien kaum Pflanzenschutzmittelrückstände oder Schwermetalle gefunden worden.

Viele Missstände deckten die Kontrolleure in lebensmittelverarbeitenden Betrieben auf. So wurde von 875 untersuchten Döner-Imbissbetrieben jeder zweite Betrieb wegen hygienischer Mängel beanstandet. Ebenso monierte die Behörde bei 17 Prozent der etwa 1000 überprüften Speiseeishersteller die Hygiene. Von den insgesamt rund 540 000 inspizierten lebensmittelverarbeitenden Betrieben seien bei knapp 13 000 „Verstöße festgestellt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet“ worden, teilte das BVL mit.

Auch Gifte aus Schimmelpilzen haben die Kontrolleure unter die Lupe genommen. Dabei habe es bei sieben Prozent der Reisproben problematische Befunde gegeben. Auch in Lakritz und Schokolade seien teilweise hohe Gehalte gefunden worden. Angesichts der Untersuchungsergebnisse rät das BVL, „die Ernährung ausgewogen und abwechslungsreich zu gestalten“. Dadurch lasse sich die „nahrungsbedingte Aufnahme unerwünschter Stoffe am ehesten auf ein Minimum reduzieren“.

Heftige Kritik am Bericht übte die Verbraucherschutzorganisation foodwatch. „Das BVL ist dazu da, die Verbraucher zu schützen – stattdessen aber verharren die Beanstandungsquoten bei den Lebensmittelkontrollen auf hohem Niveau“, sagt foodwatch-Sprecher Martin Rücker. Er fordert mehr Transparenz: „Alle Ergebnisse müssen mit Nennung der Betriebe veröffentlicht werden.“

von Marina Kormbaki